Soziales / 16.04.2021

IWH: Arbeitslosigkeit sinkt im Osten

Wirtschaftsforscher sagen im Osten sinkende Arbeitslosenzahlen voraus – trotz erneut gebremster Konjunktur durch die Pandemie.

IWH: Arbeitslosigkeit sinkt im Osten. – Schild des Jobcenters mit Öffnungszeiten.

Halle/Berlin (dpa). Mit Abflauen der Corona-Pandemie dürfte die Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland aus Sicht des Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) wieder zurückgehen. Die Quote werde von 7,3 Prozent 2020 auf 7,1 Prozent in diesem Jahr und auf 6,5 Prozent im nächsten Jahr sinken, prognostizierte das Institut am Donnerstag.

Erste Welle war im Osten schwächer

Die ostdeutsche Wirtschaft wurde demnach von der Pandemie 2020 weniger hart getroffen als der Westen, weil die erste Corona-Welle relativ schwach ausfiel. Die Produktion konnte länger aufrechterhalten werden. Während die Bruttolöhne im Westen zurückgingen, legte sie im Osten um ein Prozent zu. Begünstigend wirkten stabile Geschäfte am Bau und ein stark ausgeprägter öffentlicher Sektor.

Pandemie bremst jetzt die Konjunktur

Nun bremse aber die starke Ausbreitung der Seuche in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt die Konjunktur. Außerdem profitiere der Osten nicht so stark von der weltweit wachsenden Nachfrage nach Industriegütern – der Schwerpunkt des Verarbeitenden Gewerbes liege im Westen.

Die Wirtschaftsleistung im Osten werde um drei Prozent zulegen, während nach der Gemeinschaftsdiagnose der führenden Wirtschaftsinstitute bundesweit 3,7 Prozent zu erwarten seien.

Erhöhung des Rentenalters soll Staatsfinanzen stützen

Die Institute raten angesichts der in der Corona-Krise steigenden Staatsschulden und der alternden Bevölkerung zu einem höheren Rentenalter in Deutschland. Es werde eine Herausforderung, die Staatsfinanzen nach der Pandemie wieder auf eine solide Basis zu stellen, heißt es in der am Donnerstag vorgelegten Frühjahrsprognose.

„Die eleganteste Lösung wäre eine langsame, schrittweise Erhöhung des Renteneintrittsalters“, sagte Oliver Holtemöller vom Institut für Wirtschaftsforschung. Ein späterer Rentenbeginn könne die Staatsfinanzen stützen, ohne bei wichtigen Investitionen auf die Bremse treten zu müssen. Neue Konjunkturprogramme sind aus Sicht der Institute wegen der erwarteten kräftigen Erholung ab Jahresmitte nicht nötig.

Autor

 Deutsche Presseagentur