Soziales / 14.05.2020

Jeder Dritte wechselte in Corona-Krise ins Homeoffice

Umfrage: Sind Arbeitnehmer im Homeoffice produktiver? Viele sagen ja – aber nur, wenn sie nicht gleichzeitig ihre Kinder betreuen müssen.

Jeder Dritte wechselte in Corona-Krise ins Homeoffice.– Junges Paar mit Baby sitzt am Esszimmertisch, Mann arbeitet am Laptop, Frau füttert das Baby.

Berlin (dpa). Jeder dritte Beschäftigte ist laut einer Umfrage in der Corona-Krise ins Homeoffice gewechselt. 35 Prozent gaben in der ersten Aprilhälfte an, teilweise oder vollständig von zu Hause aus zu arbeiten, wie das Deutsche Institut der Wirtschaftsforschung auf Basis des Sozio-ökonomischen Panels ermittelte. Vor der Corona-Krise haben nur 12 Prozent gelegentlich oder immer den heimischen Schreibtisch genutzt. Vor allem Beschäftigte mit höheren Einkommen und höherer Bildung konnten demnach ins Homeoffice wechseln.

Ist die Arbeit im Homeoffice produktiver?

Aber sind sie dort auch produktiv? Jeder Zehnte meint, dass er zu Hause sogar mehr Arbeit erledigen kann als im Büro. 40 Prozent der Betroffenen machen die gegenteilige Erfahrung: Sie schaffen weniger. Die Forscher des DIW vermuten, dass dies daran liegt, dass Schulen und Kitas geschlossen wurden und Kinder zu Hause betreut werden mussten. Das Sozio-ökonomischen Panel ist eine repräsentative jährliche Wiederholungsbefragung privater Haushalte.

Gibt es bald einen Rechtsanspruch auf Homeoffice?

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will per Gesetz ein Recht auf Arbeit von zu Hause schaffen. Jeder, der möchte, solle demnach auch nach der Corona-Pandemie im Homeoffice arbeiten können. Heil berief sich auf Schätzungen, wonach die Zahl der Arbeitnehmer im Heimbüro in der Corona-Krise von 12 auf 25 Prozent aller Beschäftigten gestiegen sei.

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www.bleibgesund.de
Familienleben in Zeiten von Corona



Autor

 Deutsche Presseagentur