Soziales / 29.01.2018

Job-Studie Teil I: Was zählt ...

Sonderzahlung, Erfolgsbeteiligung, Altersvorsorge: Was sich Firmen die Treue ihrer Mitarbeiter kosten lassen.

Bad Homburg (kjs). Viele Unternehmen sind auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. Zugleich ist es für die Betriebe auch wichtig, qualifizierte Beschäftigte zu halten. Nach wie vor stehen Grund- und Leistungsentgelte im Fokus der monetären Vergütungsvereinbarungen. Immer mehr Unternehmen zahlen zusätzliche, erfolgsabhängige Entgeltbestandteile.

Das Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa) hat im letzten Jahr neben dem Anreizsystem im nicht monetären Bereich auch das monetäre Vergütungssystem in Betrieben der Metall- und Elektroindustrie untersucht. Die Studie wurde zur Hälfte in kleineren und mittelständigen Betrieben – sowohl nicht tarifgebundenen und tarifgebundenen – durchgeführt.

Monetäre Vergütungsbestandteile

Unabhängig von den nicht monetären Benefits wurde in dieser Studie der Fokus auf die monetären Vergütungsbestandteile gelegt, die über das vereinbarte Grundentgelt hinaus gezahlt werden.

Von den befragten Betrieben gaben 79 Prozent an, ein leistungsabhängiges Monatsentgelt an Mitarbeiter ohne Führungsverantwortung zu zahlen. In aller Regel ergeben sich die Kriterien der Vergütung aus dem Tarifvertrag oder aus unternehmensspezifischen Regelungen für Einzel- oder Gruppenakkorde.

Auf der Ebene der Führungskräfte werden individuelle Beurteilungen als Instrument der Entgeltfestsetzung genutzt. Für sie gelten häufig Kennzahlenvergleiche und Zielvereinbarungen, die je nach Hierarchieebene als Bezugsmerkmal für Leistungsentgelte oder Prämien genutzt werden.

Sonderzahlungen

Im Bereich der Metall- und Elektroindustrie zahlten rund 91 Prozent der Unternehmen Urlaubsgeld und 74 Prozent Weihnachtsgeld. Die Quoten liegen höher als im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt, da für tarifgebundene Unternehmen dieser Branche Urlaubs- und Weihnachtsgeld im Tarifvertrag geregelt sind. Beide Sonderzahlungen werden mit steigender Führungsebene seltener. Dafür ersetzen auf dieser Ebene zusätzliche Boni, Provisionen oder Tantieme die monetären Leistungen.

Die Mehrheit der befragten Unternehmen bietet darüber hinaus klassische vermögenswirksame Leistungen sowie zusätzliche Zuwendungen an Jubilare an.

Erfolgsbeteiligungen

In vielen Unternehmen erhalten die Beschäftigte Erfolgsbeteiligungen oder Sonderzahlungen, die häufig zum Jahresende auf der Basis der Gewinn- oder Erfolgskennzahlen des Unternehmens gezahlt werden. 46 Prozent der befragten Unternehmen schütteten diese erfolgsabhängigen Sonderentgelte aus. Dagegen waren in dieser Branche Kaptalbeteiligungen in Form von Mitarbeiteraktien eher selten anzutreffen.

Betriebliche Altersvorsorge und Versicherungsleistungen

Als weit verbreitete Zusatzleistung ist die betriebliche Altersvorsorge für die Beschäftigten ein attraktiver Vergütungsbestandteil. Lediglich 8 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, keine entsprechenden Leistungen zur betrieblichen Altersvorsorge anzubieten. Als Durchführungsform wird meist die MetallRente genutzt. Daneben existieren aber auch arbeitgeberfinanzierte Betriebsrenten-Versicherungen und Versicherungen für spezifische Berufsgruppen.

48 Prozent werden über Direktversicherungen abgewickelt. Des Weiteren existieren in den untersuchten Betrieben zusätzliche Unfall-, Berufsunfähigkeits-, Lebens- und Krankheitszusatzversicherungen für alle Beschäftigten oder nur für Teile der Belegschaft. Sie werde entweder über Rahmenverträge oder durch Arbeitgeberzuschüsse angeboten.

 

Fazit

Die ifaa-Studie macht deutlich, dass zusätzlich zum vereinbarten Arbeitsentgelt auch erfolgsorientierte Sonderzahlungen in den untersuchten Betrieben eine große Rolle spielen. Außerdem nimmt die betriebliche Altersvorsorge einen hohen Stellenwert im monetären Anreizsystem ein.

Autor

Karl-Josef Steden