Gesundheit / 19.05.2020

Joggen erhöht nicht das Arthrose-Risiko

Auch ältere und übergewichtige Sportler brauchen sich keine Sorgen um ihre Knie zu machen. Das zeigt eine Langzeitstudie.

Joggen erhöht nicht das Arthrose-Risiko. – Paar im mittleren Alter beim Joggen im Park.

Chicago (bd). Strapaziöse Sportarten wie Joggen, Aerobic oder Tennis erhöhen nicht das Risiko einer Arthrose im Kniegelenk – auch nicht bei älteren und übergewichtigen Menschen. Das ist das Ergebnis einer Langzeitstudie der Northwestern University of Chicago.

Langzeitstudie: Teilnehmer wurden zehn Jahre lang beobachtet

Die Forscher haben knapp 1.200 Menschen über bis zu zehn Jahre beobachtet. Sie konzentrierten sich auf Teilnehmer mit erhöhtem Arthrose-Risiko, die zu Beginn der Studie keine oder nur minimale Knieprobleme hatten. Die Testpersonen waren im Durchschnitt 58 Jahre alt und mit einem BMI von 27 übergewichtig. Die eine Hälfte betrieb regelmäßig „strapaziöse“ Sportarten wie Joggen, Fahrradfahren, Schwimmen, Tennis oder Aerobic in unterschiedlicher Intensität. Die andere Hälfte bestand aus Sportmuffeln.

Ergebnis: Moderater Sport kann Knieprobleme verhindern

Nach zehn Jahren stellten die Mediziner bei 13 Prozent der Personen eine Kniegelenksarthrose fest. Dabei litt selbst die Gruppe der Hochaktiven, die an mindestens fünf Wochentagen mehr als vier Stunden intensiv Sport betrieb, nicht nennenswert häufiger an Gelenkverschleiß als die Gruppe der Inaktiven. Die Ergebnisse legen sogar nah, dass ein geringes bis moderates Sport-Level einen gewissen Schutzeffekt haben könnte.

Im Laufe der Zeit hatten sich zunehmend Teilnehmer vom Sport zurückgezogen, sobald sie Knieschmerzen bekamen. Wer bereits Knieprobleme habe, neige dazu, sich beim Sport zurückzuhalten aus Angst, seinen Gelenken zu schaden. Die Studie zeige aber, dass diese Sorge unbegründet ist.

Weitere Informationen

jamanetwork.com
Volltext der Studie

Autor

Boris Dunkel