Rente / 13.09.2019

Jungunternehmer fordern längere Lebensarbeitszeit

Verband will die abschlagsfreie Rente für Beschäftigte mit 45 Beitragsjahren kurzfristig abschaffen.

Bild zum Beitrag "Jungunternehmer fordern längere Lebensarbeitszeit". Das Bild zeigt einen Mann in einem Großraumbüro, der an zwei Bildschirmen arbeitet.

Berlin (ju/sth). Eine tiefgreifende Rentenreform mit mehr privater Altersvorsorge hat der Verband Junger Unternehmer gefordert. Die Rente müsse "für alle Generationen zukunftsfest, fair und transparent" gemacht werden, heißt es in einem jetzt vorgelegten Eckpunkte-Papier des Verbands. Dazu müsse das Rentensystem stark verändert werden, wenn es "nicht von der demografischen Entwicklung erdrückt werden soll". Die Jungunternehmer stoßen sich auch daran, dass die im vergangenen Jahr von der Bundesregierung berufene Rentenkommission "Verlässlicher Generationenvertrag" bei ihrem Start ein Durchschnittsalter von 56 Jahren gehabt habe. Dagegen sei die von ihnen eingesetzte eigene Rentenkommission im Schnitt erst 32 Jahre alt gewesen, so die jungen Arbeitgeber.

Die Verbandsmitglieder beharren vor allem darauf, dass die Lebensarbeitszeit weiter verlängert werden müsse. "Kurzfristig muss die eingeführte abschlagsfreie Rente mit 63 abgeschafft und die Rente mit 67 konsequent umgesetzt werden", heißt es. Zudem solle die Flexirente, die unter anderem die Möglichkeit einer längeren Erwerbszeit mit zusätzlicher Rentensteigerung vorsieht, von der Deutschen Rentenversicherung wirksamer beworben werden. Perspektivisch solle das Renteneintrittsalter – im Verhältnis von 2:1 verteilt zwischen zusätzlicher Arbeitszeit und zusätzlicher Rentenbezugszeit – an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden, lautet die Position des Verbands.

Kapitalgedeckte Zusatzvorsorge stärken

Um die Alterssicherung auf mehrere Säulen zu stellen, solle die Kapitaldeckung im Bereich der betrieblichen und privaten Altersvorsorge gestärkt werden, fordern die jungen Unternehmer. Dabei müssten alle geförderten Altersvorsorgeprodukte auf ihre Anlagekriterien geprüft werden. Es solle ein "verpflichtendes Instrument kapitalgedeckten Sparens als Standardprodukt" eingeführt werden, schlagen die Unternehmer vor. Zudem sollten niedrige Einkommen vom Staat durch einen Steuerzuschuss unterstützt werden. Wer nicht viel für sein Alter sparen könne, "dem wird beim Sparen geholfen", heißt es.

Durch eine „Rentenniveau-Fixierung" würden die Lasten des demografischen Wandels trotz der von der Bundesregierung beschlossenen "doppelten Haltelinie" – Rentenbeitrag von höchstens 20 Prozent und Rentenniveau von mindestens 48 Prozent bis 2025 – "einseitig auf die arbeitende Bevölkerung und die Steuerzahler abgeladen", kritisieren die Unternehmer. Für rentenpolitische Maßnahmen sollten statt des Rentenniveaus "andere Indikatoren wie der ,reale aktuelle Rentenwert', die ,durchschnittliche Rentenhöhe', die ,Ersatzquote' und die ,Armutsgefährdungsquote' stärker in den Fokus rücken", fordert der Verband.

Mehr zum Thema:

www.familienunternehmer.eu

Weitere Informationen über die Positionen des Verbands Junger Unternehmer zur Altersvorsorge

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Autor

Stefan Thissen