Rente / 22.04.2020

Kabinett beschließt höhere Renten zum 1. Juli

Die Corona-Krise wird sich erst später auf die Renten auswirken. In diesem Jahr profitieren die Rentner noch von den Lohnerhöhungen des Vorjahres.

Bild zum Beitrag "". Das Bild zeigt ein gut gelauntes Rentner-Paar beim Frühstück mit Laptop auf dem Tisch.

Berlin (dpa/sth). Die rund 21 Millionen Rentner in Deutschland sollen im Sommer wieder spürbar mehr Geld bekommen. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch eine kräftige Rentenanhebung zum 1. Juli. Der Bundesrat muss dem noch zustimmen. Nach einer Verordnung von Sozialminister Hubertus Heil (SPD) steigt die Rente in Westdeutschland um 3,45 Prozent, in den neuen Bundesländern um 4,20 Prozent. Die Ost-Renten nähern sich damit weiter den West-Bezügen an.

Folgen der Corona-Krise auf die Wirtschaft sind in den Festlegungen noch nicht berücksichtigt worden. Auf die nun anstehende Rentenerhöhung hat dies demnach keine Auswirkungen. Grundlage für die Rentenanpassung ist die Lohnentwicklung im vergangenen Jahr. Auch die Beitragsentwicklung und das Verhältnis von Beitragszahlern und Rentnern spielen eine Rolle. Eine monatliche Rente von 1.000 Euro, die nur auf West-Beiträgen beruht, soll sich demnach um 34,50 Euro erhöhen, eine gleich hohe Rente mit Ost-Beiträgen um 42,00 Euro.

Aktueller Rentenwert Ost steigt auf 97,2 Prozent des West-Wertes

Der aktuelle Rentenwert im Osten steigt nunmehr auf 97,2 Prozent des Wertes West. Bis 2024 soll er aufgrund einer Gesetzesvorgabe von 2017 schrittweise 100 Prozent erreichen. Der Rentenwert gibt in Euro an, wie viel ein Entgeltpunkt in der Rentenversicherung wert ist. Ein Entgeltpunkt - berechnet nach einer komplizierten Formel - ist maßgeblich für die Höhe der Rente. Auch in den Vorjahren waren die Renten gestiegen. Zuletzt legten die Bezüge 2019 in Westdeutschland um 3,18 Prozent zu, im Osten um 3,91 Prozent. 2018 waren es 3,22 Prozent (West) und 3,37 Prozent (Ost).

Die Rente steht aber vor Problemen, weil immer weniger Beitragszahler auf immer mehr Rentner kommen. Wenn die heutigen Mittfünfziger bis Mittsechziger der "Baby-Boomer"-Jahrgänge in Rente gehen, entstehen große Lücken in der Kasse. Für die Zeit bis 2025 hat der Bundestag ein Rentenpaket beschlossen. Es schreibt das Rentenniveau - also das Verhältnis einer Standardrente nach 45 Beitragsjahren zu den Löhnen - bei mindestens 48 Prozent fest. Der Beitragssatz soll bis dahin die 20-Prozent-Marke nicht überschreiten. Er liegt nun bei 18,6 Prozent. Für die Zeit nach 2025 hat eine Kommission der Bundesregierung gerade Vorschläge vorgelegt. Heil kündigte daraufhin bis Herbst eigene Vorschläge an.

Mehr zum Thema:

www.deutsche-rentenversicherung.de

Häufig gestellte Fragen und zugehörige Antworten der Deutschen Rentenversicherung zur Rentenanpassung 2020

www.bmas.de

Informationen des Bundesarbeitsministeriums (BMAS) zur Rentenanpassung 2020 

Autor

 Deutsche Presseagentur