Rente / 28.05.2019

Käßmann wünscht sich flexibleres Rentenalter

Theologin: Wir sollten aufhören, das Arbeitsleben mit einem vorgegebenen Alter von 100 auf Null zu setzen.

Bild zum Beitrag "Käßmann wünscht sich flexibleres Rentenalter". Das Bild zeigt ein lachendes älteres Paar, das auf ein Tablet schaut.

Freiburg (dpa). Hannovers Ex-Bischöfin Margot Käßmann (60) wünscht sich einen flexibleren Umgang in Deutschland mit dem Ruhestand. "Wir sollten wegkommen von den bei uns geltenden starren und absoluten Regeln, die wenig Raum für individuelle Entscheidungen geben", sagte Hannovers Ex-Bischöfin in Freiburg der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sollten damit aufhören, das Arbeitsleben mit einem gesetzlich vorgegebenen Alter von hundert auf null zu setzen." Menschen sollten eigenständiger und freier entscheiden dürfen, wann und wie sie im Alter Arbeitszeit reduzieren oder in Rente gehen, ohne dabei große finanzielle Einbußen befürchten zu müssen.

Käßmann ist im vergangenen Juni in Frührente gegangen. Diesen Schritt habe sie nicht bereut. Sie habe mehr Freiheit und könne sich gesellschaftlich einbringen. "Ruhestand, vor allem ein früher Ruhestand, ist in Deutschland oft negativ besetzt. Er sollte aber als große Chance gesehen werden", sagte Käßmann. Er gebe älteren Menschen die Möglichkeit, sich jenseits des Arbeitslebens sozial zu engagieren. Davon profitiere die Gesellschaft. Diese müsse Ältere für das Ehrenamt stärken, auch weil Jüngere im Arbeitsleben kaum noch Zeit für solches Engagement hätten. "Dies setzte voraus, dass Frührente und Arbeitszeitreduzierungen erleichtert und finanziell abgesichert werden, und dass Menschen freier entscheiden könnten." Zudem müsse möglich sein, auch länger zu arbeiten, wenn dies jemand möchte und seine Erfahrung gefragt sei.

Autor

 Deutsche Presseagentur