Soziales / 09.07.2019

Karrieresprungbrett? – Das bringt ein Master of Business Administration

Ein MBA gilt als Garant für einen Karriereschub. Doch welche Voraussetzungen sind dafür nötig, und haben Absolventen wirkliche bessere Aussichten?

Bild zum Thema Karrieresprungbrett? – Das bringt ein Master of Business Administration: Gruppe von Frauen bei einer Besprechung vor einem Board mit Notizen.

Gütersloh/Köln (dpa/tmn). Das Studium ist erfolgreich absolviert, im Job läuft es vielversprechend – aber: Irgendwie fehlt die Herausforderung. Wer eine Führungsposition anstrebt und seine Kompetenzen gezielt im Managementwesen ausbauen will, kann einen Master of Business Administration angehen.

Bei diesem speziellen Master handelt es sich um ein generalistisches Management-Studium. Es soll strategisch auf Führungsaufgaben vorbereiten. Die Studierenden lernen, wie Unternehmen von innen funktionieren, wie Teams am besten arbeiten und Aufgaben sinnvoll verteilt werden.

Wirtschaftswissenschaft macht fit fürs Management

„Der MBA richtet sich vor allem an Nicht-Wirtschaftswissenschaftler, die sich für einen Managementjob fit machen und sich wirtschaftswissenschaftlich weiterbilden wollen“, erklärt Detlev Kran, Weiterbildungsexperte und Autor des Buches „MBA-Guide“.

Ein wichtiger Bestandteils des Studiums: Die Absolventen lernen voneinander. Im Idealfall haben sie nicht nur einen unterschiedlichen fachlichen Background, sondern kommen aus verschiedenen Branchen und Ländern, erzählt Kran. Ein weiterer Schwerpunkt sind Trends in der Wirtschaftsbranche.

Berufsbegleitende Weiterbildung

Der Master lässt sich in verschiedenen Varianten studieren. Am häufigsten läuft das berufsbegleitend, die Kurse finden an Wochenenden oder nach Feierabend statt. Dazu kommen Online-Kurse für zu Hause. Deshalb spielt der eigene Antrieb eine große Rolle.

Starke Eigenmotivation erforderlich

Grundsätzlich ist vom MBA abzuraten, wenn man ihn nur für den Karrierekick macht und keine Begeisterung dafür mitbringt. Ein berufsbegleitendes Studium ist hart, das steht man nur mit hoher Eigenmotivation durch, erklärt Frank Ziegele vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE). Für das berufsbegleitende MBA-Studium sollten etwa zwei bis drei Jahre eingeplant werden. Alternativ lässt sich der MBA auch in Vollzeit studieren, dann dauert es etwa ein bis zwei Jahre bis zum Abschluss.

Voraussetzungen für ein MBA-Studium

Ein Uni-Abschluss und Erfahrung im Job sind grundlegende Bedingung für die Programme. „Als Voraussetzung sehen die Richtlinien mindestens eine einjährige einschlägige Berufserfahrung vor“, erklärt Kerstin Fink von der FIBAA, einer Akkreditierungsagentur, die für die Begutachtung von Studiengängen zuständig ist. Manche Hochschulen verlangen allerdings aber mindestens fünf Jahre in einem Unternehmen.

Hohe Gebühren an privaten Business Schools

Da die Business Schools, an denen man einen MBA erwerben kann, meist von privaten Unternehmen betrieben werden, sind die Gebühren oft hoch. In einer Erhebung von 2016 wurden durchschnittliche Studiengebühren von knapp 17.000 Euro ermittelt. Allerdings gibt es hierbei eine große Spannweite, und es können mitunter Beiträge von insgesamt 50.000 Euro entstehen.

„Zu den Studiengebühren kommen aber weitere Kosten, zum Beispiel Reisekosten und die Unterkunft am jeweiligen Hochschulstandort dazu“, gibt Frank Ziegele vom CHE zu bedenken.

Studienmodell passend zu Beruf und Familie wählen

Bei der Wahl des Studienortes spielen viele Faktoren eine Rolle. Wer den Master berufsbegleitend absolviert, sollte drauf achten, dass das Studienmodell mit Beruf und Familie vereinbar ist – beispielsweise mit Online-Phasen und Präsenz an der Hochschule in Blockveranstaltungen am Wochenende.

Europäische MBA-Richtlinien als Standard

Europäische MBA-Guidelines geben Standards für die Programme vor. „Es ist sicher sinnvoll, bei den Hochschulen nachzufragen, wie sie diese Richtlinien erfüllen. Das vermeidet, dass man Mogelpackungen aufsitzt, die gar nicht den Standards genügen“, so Ziegele.

Spezifischer Fachbezug

Die Programme werden spezifischer. „Inzwischen gibt es MBAs mit Bezug zu ganz bestimmten Branchen und Sektoren, beispielsweise Gesundheitsmanagement, Tourismus oder Medien“, erklärt Ziegele. Für einen solchen MBA müssen Interessierte aber genau wissen, dass sie sich in der betreffenden Branche beruflich spezialisieren wollen – „dann fördert das die Karrierechancen“.

Mehr Gehalt mit MBA-Abschluss?

Und winkt dann auch endlich das Managergehalt? Kommt ganz darauf an. Für den Bereich der Digitalwirtschaft gilt das nicht unbedingt. „Ein MBA taugt hier eher zur kurzfristigen Gehalts- und Karriereoptimierung und auch eher am Anfang des Berufslebens“, erklärt Martina van Hettinga von der Personal- und Organisationsberatung i-potentials.

Für Gehalt und langfristige Aufstiegschancen in der Digitalwirtschaft zählen vor allem die praktische Erfahrung und eine ausgereifte Persönlichkeit, die den Anforderungen der jeweiligen Rolle gewachsen ist.

Hohe Gehaltssprünge können jedoch die Absolventen erwarten, „die an einem MBA an einer der internationalen Top-Business-Schools in Vollzeitprogrammen teilnehmen“, so Detlev Krans Einschätzung. „Hier verdoppeln sich oft Gehälter.“

Sprung nach oben auf der Karriereleiter?

Und wie sieht es mit dem Sprung auf der Karriereleiter aus? Meist ist der Abschluss erst der Anfang auf dem weiteren Berufsweg. Die Absolventen müssen durch Leistung im Unternehmen zeigen, dass sie für höhere Positionen geeignet sind, erklärt Kran. „Es werden sicherlich nicht alle ihr Karriereziel erreichen, aber der Rückblick zeigt, dass Weiterbildung und besonders der MBA bei der Masse der Studierenden zu entsprechenden Erfolgen geführt haben.“

Weitere Informationen

www.mba-guide.de
MBA-Guide von Detlev Kran

www.mba-studium.de
Studiengänge und Infos zum MBA

www.fibaa.org
Akkreditierungsagentur FIBAA

i-potentials.de
i-Potentials

Autor

 Deutsche Presseagentur – Themendienst