Gesundheit / 01.10.2020

Kassenärzte fordern Krankschreibung per Telefon

Kassenärzte fordern angesichts steigender Corona-Infektionszahlen, im Herbst und Winter wieder telefonische Krankschreibungen zu ermöglichen.

Ein Arzt sitzt vor dem PC-Bildschirm und hält einen Telefonhörer ans Ohr.

Berlin (dpa). „Dieses Instrument hat die Praxen bereits im März und April erheblich entlastet“, sagte der stellvertretende Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Stephan Hofmeister, am Mittwoch. Damit könne man schneller agieren, wenn es regional hohe Corona-Fallzahlen und Überschneidungen mit Symptomen von Grippe- und Erkältungskrankheiten gebe.

KBV-Chef Andreas Gassen sagte, die Praxisteams stünden bereit, auch die kommenden Wochen und Monate zu meistern. „Es gibt viele Möglichkeiten, die wir einsetzen können: Fiebersprechstunden, Schwerpunktpraxen oder auch eigenständige Covid-19-Einrichtungen.“ Über passgenaue Lösung sollte regional entschieden werden. „Die Anforderungen und Behandlungsoptionen in der ländlichen Fläche stellen sich anders dar als in der Großstadt“. Gassen betonte: „Schon jetzt werden 19 von 20 Covid-19-Patienten ambulant behandelt.“

Regionale Sonderregeln bei steigenen Infektionszahlen

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen hat bereits in einem Grundsatzbeschluss festgelegt, dass bei steigenden Infektionszahlen Sonderregeln für Patienten auch regional ermöglicht werden sollen – etwa Krankschreibungen per Telefon ohne Praxisbesuch. Konkrete Ausnahmeregelungen, die räumlich und zeitlich begrenzt sind, muss der G-BA dann aber noch gesondert beschließen.

Autor

 Deutsche Presseagentur