Gesundheit / 31.10.2018

Kassenärzte wollen Notaufnahmen-Gebühr

Um Patientenströme zu leiten: Hessens Kassenärzte wollen, dass der Besuch in der Notaufnahme künftig Geld kostet – Appell auch an Bundes-KV

Frankfurt/Main (dpa/lhe). Hessens Kassenärzte wollen, dass der Besuch in der Notaufnahme künftig Geld kostet. Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen habe einstimmig für eine sogenannte Kontaktgebühr gestimmt, wie die KV jetzt berichtete. Die Gebühr sollen Patienten zahlen, "die eine Krankenhausambulanz zu Praxisöffnungszeiten beziehungsweise zur Dienstzeit des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes aufsuchen".

Bisher sei es "trotz aller Bemühungen" nicht gelungen, den wachsenden Patientenstrom in die Notfallambulanzen zu beeinflussen, hieß es zur Begründung. Zum Beispiel habe man Portalpraxen und Partnerpraxen eingerichtet und die Notdienste ausgeweitet. "Nur durch eine Ambulanznotfallgebühr, wie sie auch von anderen KVen vorgeschlagen wird, ist eine nachhaltige Steuerung möglich."

Appell für bundesweite Lösung

Die Hessen fordern die Bundes-KV auf, sich für eine solche Gebühr einzusetzen. Sie unterstützt mit ihrem Beschluss einen Vorschlag des Sachverständigenrats im Gesundheitswesen. Darin heißt es, "zur Steuerung des Patientenstroms" solle "eine Selbstbeteiligung in Form einer Kontaktgebühr erwogen werden".

Autor

 Deutsche Presseagentur – Landesdienst Hessen