Finanzen / 07.11.2018

Keine Anzeichen für einen Zerfall

Bundesregierung: Kapitalgedeckte Altersvorsorge bleibt trotz Niedrigzinsen als Ergänzung der gesetzlichen Rente unverzichtbar.

Berlin (sth). Die Bundesregierung sieht trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase keine Anzeichen für einen "Zerfall der privaten und betrieblichen Altersvorsorge". Zwar könnten wegen des Niedrigzinsumfelds in der kapitalgedeckten Zusatzvorsorge "derzeit nicht die Renditen früherer Jahre erreicht werden", schreibt die Regierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion. Dennoch bleibe die betriebliche und private Altersvorsorge "als zweite und dritte Säule unserer Alterssicherung unverzichtbar".

Die Regierung begründet ihre Haltung damit, dass die "systembedingten Vor- und Nachteile" von umlagefinanzierter und kapitalgedeckter Vorsorge im Verlauf der Zeit "jeweils unterschiedlich stark ausgeprägt sein können". Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in Deutschland sei deshalb ein "ausgewogener Mix die beste Strategie", heißt es in dem Regierungsschreiben. An dieser Erkenntnis ändere auch das derzeit niedrige Zinsumfeld nichts.  

Niedrigzins für Sozialversicherungen "weniger schwierig"

Mit Blick auf die Sozialversicherungsträger schreibt die Regierung, für diese seien Niedrigzinsphasen "weniger schwierig", da die aktuellen Einnahmen für die Deckung der laufenden Ausgaben benötigt würden. Rücklagen der Sozalversicherungen dienten dem "Ausgleich möglicher Einnahmeschwankungen" und könnten "überwiegend nur kurzfristig angelegt" werden. Zudem sei in diesem Bereich die "Anlagesicherheit von größter Bedeutung", heißt es in dem Schreiben. Deshalb erfolge etwa die Geldanlage der Rentenversicherungsträger "gestreut auf verschiedene Geldinstitute und unterschiedliche Sicherungssysteme".

Dennoch könnten auch für die Rücklagen der Sozialversicherungen im aktuellen Marktumfeld die "Renditen früherer Jahre nicht erreicht und unter Umständen auch Negativzinsen nicht immer vermieden werden", teilt die Regierung mit. Insbesondere wegen der benötigten kurzfristigen Liquidität von Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung böten die Geldinstitute auch für diese "zurzeit im Wesentlichen nur negative Zinsen".  

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http://dip21.bundestag.de

Link zur Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion zu den Auswirkungen des Negativzinses auf die kapitalgedeckte Altersvorsorge (im pdf-Format) 

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Autor

Stefan Thissen