Rente / 16.03.2020

Keine Debatte über Antrag auf Vorsorge mit Aktien

Liberale kritisieren mangelnde Nutzung von Aktien für die Altersvorsorge und fordern Stärkung der Wertpapierkultur.

Bild zum Beitrag "Keine Debatte über Antrag auf Aktien-Altersvorsorge". Das Bild zeigt ein Porträt des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner.

Berlin (hib/sth). Die geplante Bundestagsdebatte über einen Antrag der FDP-Fraktion, unter anderem die Altersvorsorge mit Aktien zu stärken, ist abgesetzt worden. Wie der Bundestag auf seiner Website berichtet, wurde die Parlamentssitzung kurzfristig von der Tagesordnung genommen. Dem Antrag der Liberalen zufolge soll die Bundesregierung auf die von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) geplante Finanztransaktionssteuer verzichten und statt dessen die Wertpapierkultur stärken. Zur Begründung heißt es in dem Antrag, Investitionen in Aktien seien "gerade im derzeitigen Zinsumfeld für die Altersvorsorge der Bürgerinnen und Bürger von entscheidender Bedeutung".

Mit der Finanztransaktionssteuer in Form einer Aktiensteuer will die Bundesregierung die Kosten der geplanten Grundrente in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro jährlich finanzieren. Die Steuer soll nach den Plänen der Regierung auf europäischer Ebene eingeführt werden, findet in den Nachbarländern jedoch bisher offenbar nicht die erhoffte Resonanz. 

Nach Ansicht der FDP-Fraktion werden Wertpapiere hierzulande zu wenig für die Altersvorsorge genutzt. Einkünfte deutscher Rentner würden überwiegend aus der gesetzlichen Rentenversicherung stammen. Dies hat nach Ansicht der Liberalen „dramatische“ Konsequenzen. So würden Deutschlands künftige Rentner etwa 50 Prozent ihres vorherigen Gehalts als Rente erhalten. Das Niveau liege jedoch weit unter dem OECD-Durchschnitt von etwa 60 Prozent, heißt es in dem Antrag.

Mehr zum Thema:

http://dip21.bundestag.de

Antrag der FDP-Fraktion "Sparer schützen, Vermögensaufbau und Altersvorsorge fördern" (pdf-Format)

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Autor

Stefan Thissen