Soziales / 22.10.2020

KfW sieht über eine Millionen Jobs im Mittelstand gefährdet

Die Corona-Krise hinterlässt tiefe Spuren beim deutschen Mittelstand: Viele kleine und mittlere Betrieben müssen Mitarbeiter abbauen.

Älterer Handwerker arbeitet in einer Fabrikhalle an einer Maschine. – Bild: wdv.de © Olaf Hermann

Frankfurt/Main (dpa). Mehr als eine Million Jobs stehen bei Mittelständlern infolge der Krise auf der Kippe. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der staatlichen Förderbank KfW. Demnach planen 16 Prozent der kleinen und mittleren Firmen in diesem Jahr die Zahl der Mitarbeiter zu reduzieren, um Kosten zu senken. Insgesamt könnte die Anzahl der Erwerbstätigen im Mittelstand um rund 3,3 Prozent abnehmen, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten KfW-Mittelstandspanel. „Dies entspricht einem Verlust von fast 1,1 Millionen Arbeitsplätzen.“

Nach Jahren des Wachstums bricht der Mittelstand nun ein

Noch im vergangenen Jahr hatten die etwa 3,8 Millionen mittelständischen Firmen, die als Rückgrat der deutschen Wirtschaft gelten, Umsatz und Mitarbeiterzahl gesteigert. Die Zahl der Beschäftigten erreichte der KfW zufolge mit 32,3 Millionen einen Höchststand. Die Umsätze stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent. Die KfW zählt Firmen mit einem Umsatz von maximal 500 Millionen Euro jährlich zum Mittelstand.

„Nach einem für den deutschen Mittelstand weitestgehend glänzenden Jahrzehnt (...) folgte im Frühjahr 2020 der Schock“, heißt es in der Analyse. Zwar hat sich die Stimmung seitdem aufgehellt, aber mehr als jedes zweite Unternehmen rechnet mit einem Umsatzrückgang in diesem Jahr. Insgesamt könnten die Erlöse um 545 Milliarden Euro einbrechen.

Corona hinterlässt Spuren bei den Unternehmen

Die Umsatzverluste belasten der KfW zufolge die Liquidität der Unternehmen. Insgesamt verfüge der Mittelstand aber über eine hohe finanzielle Widerstandskraft, sagte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. „Die Unternehmen haben in den vergangenen Jahren einen hohen Bestand an Eigenkapital aufgebaut, wovon sie nun profitieren.“

Trotz der komfortablen Ausgangslage der meisten mittelständischen Unternehmen werde die Corona-Krise Spuren hinterlassen, sagte Köhler-Geib. „Vorsicht und Zurückhaltung könnten das Handeln Vieler in der kommenden Zeit bestimmen.“ Dem sollte durch gezielte wirtschaftspolitische Maßnahmen entgegengewirkt werden.

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 Deutsche Presseagentur