Soziales / 12.02.2018

Kind oder Knast ist nicht egal

Trotz Gefängnis will ein junger Vater seinen Job behalten. Sein Argument: Ob Freiheitsstrafe oder Kindererziehung – das sei doch egal für den Arbeitgeber.

Frankfurt/Main (dpa). Ein Arbeitgeber darf einem Beschäftigten kündigen, der eine Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren verbüßen muss – auch wenn eine vorzeitige Entlassung aus dem Gefängnis wahrscheinlich ist. Das hat das Hessische Landesarbeitsgericht in Frankfurt nach Mitteilung vom Donnerstag entschieden.

Geklagt hatte ein junger Vater, der wegen Beteiligung an einem versuchten Raubüberfall rechtskräftig zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden war.

Kündigung nach Haftantritt

Als der Bäcker seine Haft antreten musste, kündigte ihm sein Arbeitgeber. Dagegen klagte er mit dem Argument, dass er wegen einer günstigen Sozialprognose damit rechnen könne, nach Verbüßen der Hälfte oder zumindest nach zwei Dritteln der Haft vorzeitig entlassen zu werden.

Zudem wäre sein Arbeitgeber auch verpflichtet, ihm seinen Arbeitsplatz frei zu halten, wenn er nach der Geburt seines Kindes einen dreijährigen Erziehungsurlaub genommen hätte.

Das Urteil: Kündigung bei mehrjährigem Ausfall gerechtfertigt

Ein Arbeitgeber könne kündigen, wenn der Arbeitnehmer länger als zwei Jahre ausfalle, urteilten die Richter. Mögliche Entwicklungen in dieser Zeit seien dafür nicht erheblich. Ein Vergleich mit der Elternzeit sei nicht gerechtfertigt, denn diese diene dem Schutz der Familie.

Autor

 Deutsche Presseagentur