Soziales / 18.04.2019

Kinderbetreuung: Hunderttausende Betreuungsfachkräfte fehlen

IW-Studie: 215.000 zusätzliche Fachkräfte wären bundesweit nötig, um alle Kindergartenkinder optimal betreuen zu können.

Frau spielt mit mehreren Kleinkindern auf dem Fußboden eines Zimmers. – Bildnachweis: wdv.de © Michael Völler

Bad Homburg/Köln (kjs/IW). Um alle Kindergartenkinder optimal betreuen zu können, sind bundesweit zusätzlich rund 215.000 Betreuungsfachkräfte notwendig. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Da es nicht genug Erzieher gibt, müssen auch Fachkräfte aus ähnlichen Berufsfeldern, wie beispielsweise Sozialpädagogen, angeworben werden.

In den vergangenen Jahren hat sich die Betreuungssituation in Deutschland verbessert: So gibt es jedes Jahr mehr Erzieher und Betreuer in Kindergärten, Kitas und Horten. Allerdings reicht das noch nicht aus, wie jetzt die IW-Studie aufzeigt. Demnach wären bundesweit rund 215.000 weitere Betreuer nötig, um in den nächsten Jahren genügend Kitaplätze anbieten und eine optimale Betreuung gewährleisten zu können.

In NRW fehlen die meisten Fachkräfte

Die meisten Betreuungskräfte fehlen in Nordrhein-Westfalen. Dort wären allein 43.600 Betreuungskräfte nötig, um eine optimale Betreuung anzubieten. Gerade jüngere Kinder brauchen eine bessere Betreuung als es derzeit in vielen Regionen der Fall ist.

Ob zusätzliche Stellen geschaffen werden, hängt nach Ansicht des IW von vielen Faktoren ab. Zum einen müsste geklärt werden, wer die zusätzlichen Personalkosten trägt, denn diese können nur zu einem Teil auf die Eltern abgewälzt werden. Zum anderen fehlen für die Neueinrichtung von Kitas oft geeignete Räumlichkeiten.

Fachkräftemangel beheben

Der bereits erwähnte Fachkräftemangel führt dazu, dass bislang offene Stellen nicht besetzt werden können. Die Autoren der Studie sprechen sich deshalb dafür aus, auch geeignete Kräfte mit anderen Berufsabschlüssen in den Kitas einzusetzen.

Ferner könnte künftig verstärkt auch auf Fachkräfte mit einer zweijährigen Ausbildung zum Kinderpfleger/Kinderpflegerin, sozialpädagogische Assistenten oder Hochschulabsolventen mit Studienabschlüssen in einschlägigen Bereichen zurückgegriffen werden.

Weitere Informationen

https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Report/PDF/2019/IW-Report_2019-Kitafachkraefte.pdf

Report zur Kinderbetreuung auf den Internetseiten des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (im PDF-Format)

Autor

Karl-Josef Steden