Soziales / 05.07.2018

Kindergeld trotz unterbrochener Ausbildung

Finanzgericht: Tochter hat Ausbildung nicht abgebrochen, sondern lediglich krankheitsbedingt unterbrochen

Neustadt a. d. Weinstraße (dpa/tmn). Der Anspruch auf Kindergeld geht nicht verloren, wenn ein volljähriges Kind seine Ausbildung wegen einer Krankheit unterbrechen muss. Das hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz entschieden, (Aktenzeichen: 2 K 2487/16), wie die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im Deutschen Anwaltverein mitteilt.

Wegen Abbruch der Ausbildung kein Kindergeld

Im verhandelten Fall bezog die Mutter für ihre Tochter Kindergeld. Im April 2015 teilte sie der Familienkasse mit, dass die Tochter zum 31. März 2015 ihre Ausbildung an einer Modefachschule krankheitsbedingt abbrechen musste. Sie legte eine Bestätigung der Schule und das Attest einer Fachärztin vor. Später fügte sie auch ein amtsärztliches Gutachten hinzu

Mutter und Tochter teilten der Familienkasse mit, dass die Tochter voraussichtlich im Jahr 2017 die Ausbildung fortsetzen oder ein Studium aufnehmen werde. Die Familienkasse lehnte die Zahlung von Kindergeld jedoch ab, weil die Tochter die Ausbildung abgebrochen habe.

Das Urteil: Anspruch bleibt bestehen

Die Klage der Mutter war erfolgreich. Die Tochter habe die Ausbildung nicht abgebrochen, sondern lediglich krankheitsbedingt unterbrochen, so das Gericht. Das Kind habe den Willen, die Ausbildung zu absolvieren, sei aber aus objektiven Gründen – hier die Erkrankung – daran gehindert.

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 Deutsche Presseagentur – Themendienst