Rente / 12.08.2020

Knapp 1,1 Millionen Renten an Spätaussiedler

Rentenversicherung: Zuwanderer mit deutschen Wurzeln aus osteuropäischen Staaten bekamen 2019 im Schnitt 863 Euro Monatsrente ausgezahlt.

Bild zum Beitrag "Knapp 1,1 Millionen Renten an Spätaussiedler". Das Bild zeigt eine Seniorin mit Brille, die aus dem Fenster schaut.

Berlin/Bad Homburg (sth). Obwohl seit Anfang der 1990er-Jahre immer weniger Spätaussiedler nach Deutschland kommen, sinkt die Zahl der Rentnerinnen und Rentner mit Versicherungszeiten nach dem sogenannten Fremdrentengesetz (FRG) nur langsam. Wie aus aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung hervorgeht, wurden im Jahr 2019 rund 1,09 Millionen Renten an (Spät-)Aussiedlerinnen und Aussiedler gezahlt – das waren etwa 7.000 Renten weniger als im Jahr zuvor. Im Durchschnitt bekamen die Zuwanderer mit deutschen Wurzeln aus osteuropäischen Staaten monatlich 863 Euro ausgezahlt. 69 Prozent der FRG-Renten entfielen auf Altersrenten, 5,4 Prozent wurden an Erwerbsgeminderte gezahlt, etwa 25 Prozent an Hinterbliebene. 

Das FRG regelt seit Beginn der 1960er-Jahre die Rentenansprüche der etwa 4,5 Millionen ab 1950 zugewanderten Aussiedler und Spätaussiedler in Deutschland. Nach Daten des Statistischen Bundesamts gaben im Jahr 2011 etwa 3,2 Millionen zugewanderte Deutsche – einschließlich mit ihnen eingereister Ehegatten und Kinder – an, als Aussiedler bzw. Spätaussiedler nach Deutschland gekommen zu sein. Das waren noch mehr als 70 Prozent aller nach Deutschland zugewanderten Deutschstämmigen. Die meisten (Spät-)Aussiedler kommen nach Angaben der Bundeszentrale für politische Bildung aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion (1,45 Mio.) – vor allem aus Russland (612.000) und Kasachstan (575.000) –, darüber hinaus vor allem aus Polen (579.000) und Rumänien (213.000).

Mehrzahl deutschstämmiger Rentner aus GUS-Staaten

Dieses Zahlenverhältnis stimmt auch mit aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung überein: Etwa 448.000 der (Spät-)Aussiedler, die 2019 eine deutsche gesetzliche Rente erhielten, stammten demnach aus den Nachfolgestaaten der früheren Sowjetunion. Weitere 360.000 Ruheständler mit Aussiedlerstatus haben früher in Polen gearbeitet, knapp 126.000 in Rumänien. Knapp 155.000 Aussiedler-Senioren, für deren Rente Versicherungszeiten nach dem FRG berücksichtigt werden, sind aus anderen ost- oder südosteuropäischen Staaten zugewandert.  

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Pfad zum Rentenbestand der Deutschen Rentenversicherung mit Bezug zum Fremdrentengesetz (FRG) am 31.12.2019

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Autor

Stefan Thissen