Gesundheit / 22.10.2020

Knieprothesen-OP: Große Qualitätsunterschiede zwischen Kliniken

AOK-Krankenhausnavigator: Wer eine Knieprothese benötigt, sollte eine Spezialklinik wählen. Dort ist das Komplikationsrisiko niedriger.

Team von Chirurgen operiert in einem Operationssaal.

Berlin (aok). Wer seine Knieprothese wechseln lassen muss, sollte nicht ins erstbeste Krankenhaus gehen. Aktuelle Qualitätsdaten des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) haben deutliche Unterschiede in der Behandlungsqualität zu Tage gefördert.

Bei knapp acht Prozent der Patienten kommt es nach der Operation zu Komplikationen. Im Viertel der Kliniken, die am besten abschneiden, liegt die Gesamt-Komplikationsrate bei höchstens 5,1 Prozent. Im Viertel mit der schlechtesten gemessenen Behandlungsqualität ist die Komplikationsrate mit mindestens 10,8 Prozent dagegen mehr als doppelt so hoch.

Höheres Risiko für Komplikationen bei Prothesenwechsel

Die Ergebnisse spiegeln wider, dass der Wechseleingriff am Kniegelenk komplikationsträchtiger ist als die Erstimplantation eines künstlichen Knies. Mögliche Komplikationen sind zum Beispiel eine fehlerhafte Lage des Implantats oder das Entstehen von Wundinfektionen. Als Folge müssen im Mittel 7,6 Prozent der Patienten innerhalb eines Jahres nach dem Prothesenwechsel erneut operiert werden.

Spezialkliniken punkten mit größerer Erfahrung

„Die Auswertungen des WIdO zeigen erneut, dass schwierige Operationen in vielen Kliniken selten und in wenigen Zentren häufig stattfinden“, sagt AOK-Vorstand Martin Litsch. „Die Bündelung von Operationen in Kliniken mit großer Erfahrung ist möglich und notwendig, um die Behandlungsqualität zu verbessern.“

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 AOK