Finanzen / 05.04.2019

Konjunktur: Wachstumsprognose deutlich gesenkt

Wirtschaftsforscher senken ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr deutlich. Der langjährige Aufschwung der Wirtschaft sei vorbei.

Bild zum Thema Konjunktur: Eine Hand zeigt auf einen Umriss der Bundesrepublik Deutschland mit Städtepunkten und Verbindungslinien.

Berlin (gd/sth). Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungs­institute haben ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum im Jahr 2019 deutlich gesenkt. Für Deutschland erwarten sie eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 0,8 Prozent. Das ist mehr als ein Prozent­punkt weniger als im Herbst 2018, als man noch mit 1,9 Prozent rechnete. Hingegen bestätigen die Institute ihre vorherige Prognose für das Jahr 2020: Das Bruttoinlandsprodukt dürfte dann um 1,8 Prozent zuneh­men. Das geht aus dem Frühjahrsgutachten der fünf an der sogenannten Gemeinschaftsdiagnose beteiligten Forschungsinstitute hervor, das am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.

„Der langjährige Aufschwung der deutschen Wirtschaft ist zu Ende“, sagte Oliver Holtemöller, Leiter der Abteilung Makroökonomik und stell­vertretender Präsident des Leibniz-Instituts für Wirt­schaftsforschung Halle (IWH). Wegen politischer Risiken hätten sich die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter eingetrübt. Aber der Konjunktureinbruch in der zweiten Jahreshälfte 2018 sei vor allem auf Produktionshemmnisse in der Industrie zurückzuführen. „Die Ge­fahr einer ausgeprägten Rezession halten wir jedoch bislang für ge­ring“, ergänzte Holtemöller. 

Der Beschäftigungsaufbau wird der Prognose zufolge voraussichtlich an Fahrt verlieren. Die Zahl der Erwerbstätigen werde dennoch vermutlich weiter leicht steigen, von 45,3 Millionen in diesem Jahr auf 45,5 Millionen im nächsten Jahr. Gleichzeitig sinke die Zahl der Arbeitslosen von 2,2 auf 2,1 Millionen Menschen. Dadurch gehe die Arbeits­losenquote von 4,8 Prozent auf 4,6 Prozent zurück. Die Verbraucherpreise werden sich laut den Berechnungen der Wirtschaftsforscher voraussichtlich von 1,5 Prozent im Durchschnitt des Jahres 2019 auf 1,8 Prozent im nächsten Jahr erhöhen.

Mehr zum Thema:

http://gemeinschaftsdiagnose.de

Link zur gemeinsamen Frühjahrsprognose von fünf deutschen Wirtschaftsforschungsinstituten (im pdf-Format)

Autor

 Deutsche Presseagentur