Gesundheit / 28.12.2017

Konsum illegaler Drogen weiter hoch

Drogenbericht der Bundesregierung: Keine andere illegale Droge ist so weit verbreitet wie Cannabis.

Bad Homburg (kjs). „Mit unseren Maßnahmen gegen den Konsum von illegalen Drogen ist zwar vieles, aber längst noch nicht alles erreicht. In weiten Teilen Deutschlands ist der Konsum illegaler Drogen stabil“, erklärte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, bei der Vorstellung des Berichts zur Drogensituation in Deutschland. Keine andere illegale Droge ist danach so weit verbreitet wie Cannabis und keine andere führt so viele Menschen in ambulante und stationäre Therapieangebote.

Nach den Ergebnissen des Epidemiologischen Suchtsurveys (2015) hat mehr als jeder vierte erwachsene Deutsche zwischen 18 und 64 Jahren bereits mindestens einmal im Leben illegale Drogen konsumiert. Cannabis ist dabei unverändert die mit Abstand am häufigsten konsumierte illegale Droge. Unter den 12- bis 17-Jährigen gaben 7,3 Prozent an, in den letzten 12 Monaten wenigstens einmal Cannabis konsumiert zu haben. Bei den 18- bis 64-Jährigen waren es 6,1 Prozent.

Höchststand in Deutschland

Der Wirkstoffgehalt des in Deutschland sichergestellten Cannabis steigt seit Jahren an und hat in diesem Jahr erneut einen Höchststand erreicht. Der markanteste Anstieg von Wirkstoffgehalten ist in diesem Jahr aber bei den Amphetaminen zu verzeichnen: Von 2015 auf 2016 hat er sich vervierfacht. Für MDMA (die Partydroge 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin gehört zur Gruppe der Amphetaminen) lässt sich eine Verdopplung des Wirkstoffgehaltes verzeichnen.

Im Jahr 2016 haben die kommunalen Fachkräfte mehr als 34.000 suchtpräventive Maßnahmen angeboten. Die am häufigsten thematisierte illegale Substanz war Cannabis, gefolgt von amphetaminartigen Stimulanzien.

Mehr zum Thema:

Der „Bericht zur Drogensituation in Deutschland“, früher als „REITOX-Bericht“ bezeichnet, wird jährlich durch die Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) als Beitrag zum Europäischen Drogenbericht erstellt. Er steht online unter www.dbdd.de als Download zur Verfügung.

Autor

Karl-Josef Steden