Soziales / 06.10.2017

Kündigung wegen schlechter Leistung

Will der Arbeitgeber einem Mitarbeiter aufgrund schlechter Leistungen kündigen, muss er Beweise für dessen Fehler vorlegen

Siegburg/Frankfurt (dpa/tmn). Wer im Job zu viele Fehler macht, muss mit einer Kündigung rechnen. Dafür braucht der Arbeitgeber allerdings Beweise. Das geht aus einem Urteil des Arbeitsgerichts Siegburg (Az.: 3 Ca 1305/17) hervor, auf das der Bund-Verlag hinweist.

Kündigung nach mehrmaliger Abmahnung

In dem verhandelten Fall ging es um einen Kfz-Mechaniker, der seit Mitte 1991 in einer Werkstatt arbeitete. Sein Arbeitgeber hatte ihn wegen nicht ordnungsgemäß durchgeführter Arbeiten schon drei Mal abgemahnt. Als der Mechaniker dann bei einem verdeckten Werkstatttest nicht alle Mängel bemerkte und etwa zur gleichen Zeit einen weiteren Fehler machte, kündigte die Geschäftsführung Ende 2016 das Arbeitsverhältnis.

Fehler nicht genau genug dokumentiert

Dagegen klagte der Mechaniker – und bekam Recht. Grundsätzlich sei eine Kündigung wegen sogenannter Schlechtleistung zwar möglich. Der Arbeitgeber müsse die Leistungen beziehungsweise die Fehltritte des Mitarbeiters aber so genau wie möglich dokumentieren, auch und gerade im Vergleich zur Fehlerquote anderer Mitarbeiter. Beides war hier nicht der Fall – daher habe das Gericht nicht erkennen können, ob der Mechaniker seine Pflichten wirklich verletzt habe.

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 Deutsche Presseagentur – Themendienst