Soziales / 14.05.2021

Kurzarbeit sichert in der Krise mehr als zwei Millionen Jobs

Neue Studie zeigt: Die Kurzarbeit hat mehr Arbeitsplätze erhalten als in der Krise 2009. Allerdings gab es höhere Einbußen beim Einkommen.

Kurzarbeit sichert in der Krise mehr als zwei Millionen Jobs. – Antrag auf Kurzarbeitergeld mit Münzen und Geldscheinen.

München (rt). Die Ausweitung der Kurzarbeit in der Corona-Pandemie hat sich außerordentlich gut bezahlt gemacht. Auf dem Höhepunkt der Krise wurden rechnerisch mehr als sechs Mal so viele Arbeitsplätze gesichert wie auf dem Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009. Dies geht aus einer Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) hervor. Demnach blieben im zweiten Quartal 2020 durch die Kurzarbeit knapp 2,2 Millionen Jobs erhalten. 2009 waren es 330.000. Die Forscher hatten dafür die geretteten Jobs aus der Zahl der gekürzten Arbeitsstunden hochgerechnet.

Die deutlichen Unterschiede begründet das IMK so: Im Mai 2009 gab es etwa 1,4 Millionen Kurzarbeitende, im April 2020 waren es fast sechs Millionen. Hinzu kommt: Die Arbeitszeit wurden im vergangenen Jahr notgedrungen viel deutlicher reduziert. Auch ließen sich Arbeitszeitkonten weniger nutzen als 2009, weil sie oft bereits „leergeräumt “ waren.

Einkommen deutlich gesunken

Allerdings mussten die Beschäftigten deutlichere Einkommenseinbußen hinnehmen. So lag bei einem Single mit Steuerklasse 1 das durchschnittliche Arbeitseinkommen vor der Kurzarbeit 2009 bei 2.125 Euro netto im Monat, es sank im Mai 2009 um durchschnittlich 183 auf 1942 Euro. Im April 2020 belief sich das durchschnittliche Arbeitseinkommen auf 1.677 Euro, übrig blieben 1.369 Euro – also 308 Euro weniger. Das niedrigere Eingangsgehalt führen die Wissenschaftler darauf zurück, dass 2020 oft niedrig bezahlte Beschäftigte in Dienstleistungsberufen in Kurzarbeit mussten.

Autor

Robert Thiel