Finanzen / 31.07.2020

Lebensversicherung: sinkende Zinsen, weniger Abschlüsse

Lebensversicherungen galten mal als der Altersvorsorgeklassiker schlechthin. Aber seit Jahren sinken sie in der Gunst der Anleger.

Junges Paar wird zuhause von einer Frau mit Tablet beraten.

Berlin (iv). Lebensversicherungen haben in den vergangenen Jahren stark an Attraktivität verloren. Lag die Gesamtverzinsung im Jahr 2009 noch bei 4,26 Prozent, so ist sie 2018 auf 2,39 Prozent gesunken. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Grünen hervor.

Mit den Zinsen sinken die Vertragsabschlüsse

Auch die Zahl der abgeschlossenen Verträge sank. 2009 konnten die Versicherer noch 6,16 Millionen Verträge unter Dach und Fach bringen, 2018 nur noch 5,19 Millionen. Die meisten Kunden hatte 2018 die Allianz (10,9 Millionen), gefolgt von der AachenMünchener (5,1 Millionen) und der R+V Lebensversicherung (4,2 Millionen).

Weniger Beschwerden als früher

Rückläufig ist auch die Beschwerdequote. 2018 führten nur noch 0,00116 Prozent der Verträge zu Beschwerden bei der Finanzaufsicht BaFin. Neun Jahre zuvor lag die Quote mit 0,00282 mehr als doppelt so hoch. Die Versicherer mit den höchsten Beschwerdequoten sind – mit Ausnahme der Barmenia – in der Vergangenheit mit Run-Off-Geschäften aufgefallen, also dem Verkauf beziehungsweise der Übernahme von alten Versicherungsverträgen.

  • Heidelberger Lebensversicherung AG: 0,00825 %
  • Frankfurter Lebensversicherung AG: 0,00759 %
  • Skandia Lebensversicherung AG: 0,00699 %
  • Barmenia Lebensversicherung a.G.: 0,00521 %
  • Entis Lebensversicherung AG: 0,00466 %

Autor

Boris Dunkel