Gesundheit / 16.07.2019

Lehrer und Erzieher wissen zu wenig über gesunde Ernährung

Damit Deutschland gesünder lebt, sollen schon Kinder über richtige Ernährung Bescheid wissen. Doch Schulen und Kitas tun sich damit schwer.

Bild zum Thema Lehrer und Erzieher wissen zu wenig über gesunde Ernährung

Berlin (dpa). Viele Lehrer und Erzieher wissen nicht genug über gesunde Ernährung, um Kinder auf diesem Gebiet fit zu machen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zur „ernährungsbezogenen Bildungsarbeit“, die am Freitag in Berlin an Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) übergeben wurde. Die Forscher der Universität Paderborn stellen darin fest, dass ernährungswissenschaftliche Kompetenzen in der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte „nur unzureichend verankert“ seien.

Das Thema Ernährung in Schule und Ausbildung soll stärker gefördert werden

Klöckner kündigte deshalb ein Konzept an, um das Thema Ernährung stärker als bisher in Ausbildung, Studium und Fortbildung unterzubringen. „Der Grundstein für eine gesunde und ausgewogene Ernährung wird im Kindesalter gelegt“, erklärte die Ministerin.

Nach Erkenntnissen des Robert-Koch-Instituts haben in Deutschland 26 Prozent der Fünf- bis Siebzehnjährigen Übergewicht, fast 10 Prozent sind sogar fettleibig. Ärztepräsident Klaus Reinhardt hatte deshalb kürzlich ein Schulfach „Gesundheitsförderung“ angemahnt.

In Lehramtsstudiengängen nur am Rande erwähnt

Der neuen Studie zufolge sind Ernährungsfragen in den entsprechenden Lehramtsstudiengängen häufig eher ein Randthema. Zudem zeigten die Lehrer wenig Interesse an ernährungsbezogenen Fortbildungen, und in den Schulbüchern gebe es bei diesen Themen häufig fachliche Mängel.

Fachbücher mit veralteten Ernährungsempfehlungen

Schon in den Fachbüchern zur Ausbildung von Erziehern finden sich nach Darstellung der Forscher inhaltliche Fehler. So werde etwa behauptet, es sei ein Irrglaube, dass Calcium aus der Milch dem Körper beziehungsweise den Knochen guttue. Mängel werden auch in jedem vierten Schulbuch festgestellt.

So seien die Ernährungsempfehlungen oft nicht auf dem aktuellem Stand. In einem Fall werde etwa Milch sehr negativ dargestellt. „Diese Darstellung entspricht bei weitem nicht dem aktuellen Stand der Wissenschaft.“

Wenig Interesse an Fortbildungen

Gleichzeitig ergab eine Befragung unter Hunderten Kitaleitern, dass das Interesse der Mitarbeiter an ernährungsbezogenen Fortbildungen überschaubar sei. Als hemmende Faktoren werden Zeitmangel, Personalmangel und andere Prioritäten genannt. Außerdem haben Mitarbeiter in Kitas demnach wenig Interesse am Thema Essen und Ernährung beziehungsweise fänden es unwichtig für ihre Arbeit.

Weitere Informationen

www.bmel.de: Schlussbericht
Schlussbericht zur Studie „Ernährungsbezogene Bildungsarbeit in Kitas und Schulen“

www.bmel.de
Pressemitteilung des Ministeriums

Autor

 Deutsche Presseagentur