Rente / 29.01.2021

Mehr Ältere im Job – aber Hilfen bleiben nötig

Laut aktuellen DRV-Daten waren 2019 rund 2,7 Millionen Beschäftigte über 60 Jahre alt. Doch bis zur Altersgrenze ist es oft noch weit.

Bild zum Beitrag "Deutlich mehr Beschäftigte über 60 Jahre alt". Das Bild zeigt eine ältere Arbeitnehmerin in einer Werkstatt mit Stoffen.

Berlin (sth). Die gute Beschäftigungslage vor der Corona-Krise schlägt sich auch in aktuellen Daten der Deutschen Rentenversicherung nieder. Demnach waren Ende des Jahres 2019 etwa 2,7 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in deutschen Betrieben über 60 Jahre alt. Knapp 2,5 Millionen Beschäftigte befanden sich in der Altersklasse von 60 bis 64 Jahren, etwa 214.000 hatten bereits die frühere Altersgrenze von 65 Jahren überschritten. Im Jahr 2018 erwarben laut Rentenversicherung in derselben Altersklasse mit 2,47 Millionen Beschäftigten noch rund 230.000 ältere Personen weniger weitere Rentenansprüche.

Besonders deutlich wird der Aufschwung am Arbeitsmarkt seit der Weltfinanzkrise – und die zunehmend günstigere Situation für ältere Beschäftigte – beim Blick auf Vergleichszahlen aus dem Jahr 2009. Damals zählten die Rentenversicherer mit rund 1,26 Millionen versicherungspflichtigen ArbeitnehmerInnen zwischen 60 und 64 Jahren nur etwa halb so viele Beschäftigte wie 2019. Rund 87.000 Arbeitnehmende hatten aber auch damals schon ihren 65. Geburtstag hinter sich gelassen.   

Ältere Arbeitnehmer brauchen weiterhin oft Hilfe

Dennoch brauchen ältere Arbeitnehmer auch heute noch oft Hilfen, um das steigende gesetzliche Rentenalter erreichen zu können. Das geht aus ähnlich lautenden Befunden des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) für die Bertelsmann-Stiftung und des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) in den vergangenen beiden Jahren hervor. So müsse für eine sozialpolitisch verantwortbare Anhebung der Regelaltersgrenze der gesetzlichen Vorgabe eine "entsprechende Arbeitsnachfrage aufseiten der Unternehmer" gegenüberstehen, forderten die DIW-Wissenschaftler. Auf der anderen Seite müssten die Beschäftigten aber gesundheitlich und mit Blick auf ihre familiären Verpflichtungen auch in der Lage sein, eine längere Lebensarbeitszeit tatsächlich umzusetzen.

Neben der Arbeitsmarktlage werde darüber hinaus "relevant sein, wie der vorzeitige Erwerbsaustritt derjenigen sozialverträglich organisiert werden kann, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr arbeiten können", heißt es in der DIW-Studie. Zwar habe die Bundesregierung die Leistungen der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente nach jahrelangem Abwärtskurs in den vergangenen Jahren wieder verbessert, erkennen die Forscher an. Es stelle sich aber jetzt die "zentrale Frage, wie man weiter mit dem Thema umgeht".

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Autor

Stefan Thissen