Gesundheit / 25.04.2019

Mehr Ärzte, aber noch mehr Behandlungsbedarf

Die Zahl der Behandlungsfälle steigt ambulant und stationär. Auch wenn immer mehr Mediziner im Einsatz sind, decken sie den Bedarf nicht gänzlich ab.

Arzt im Gespräch mit älterem Patienten, der in Rente ist.

Bad Homburg/Berlin (kjs/BÄK). Im Jahr 2018 gab es 392.402 berufstätige Ärztinnen und Ärzte in Deutschland und damit 1,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Anteil der berufstätigen Ärztinnen ist erneut auf 47,2 Prozent angestiegen. Das teilt die Bundesärztekammer (BÄK) mit.

Allerdings gab es auch mehr Behandlungsfälle: Allein zwischen 2009 und 2017 stieg ihre Anzahl in den Krankenhäusern von 17,8 auf 19,5 Millionen. Hinzu kommen jährlich etwa eine Milliarde Arztkontakte in den Praxen der niedergelassenen Mediziner.

Mehr angestellte Ärzte im ambulanten Bereich

Wie aus der Ärztestatistik hervorgeht, hat sich die Zahl der angestellten Ärzte im ambulanten Bereich seit 1996 fast versechsfacht. Sie stieg im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr auf rund 40.000 (plus 10,6 Prozent).

Dagegen ist die Zahl der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte im vergangenen Jahr um 884 auf 117.472 gesunken. Dies entspricht einem Minus von 0,7 Prozent.

Nimmt man die Anzahl der angestellten Ärzte hinzu, sind im ambulanten Bereich 157.288 Ärzte tätig, 2.919 mehr als Ende 2017.

Kaum mehr Ärzte in Krankenhäusern

Im Krankenhaus arbeiteten zu Jahresbeginn 209.811 Ärztinnen und Ärzte, 3.311 mehr als im Vorjahr. Der Anteil der stationär tätigen Mediziner liegt fast unverändert bei 51,4 Prozent (2017: 51,5 Prozent).

In anderen Bereichen (Pharmazie, Öffentlicher Dienst etc.) waren zum Stichtag 31. Dezember 2018 insgesamt 33.303 Ärzte tätig, 1.023 mehr als ein Jahr zuvor.

Leichtes Plus bei frisch gebackenen Fachärzten

Die Ärztestatistik verzeichnet ein leichtes Plus bei den Facharztanerkennungen. Im Jahre 2018 wurden 13.336 Anerkennungen ausgesprochen. 2017 waren es mit 12.947 Anerkennungen etwas weniger.

Die meisten Anerkennungen wurden mit 2.051 für die Facharztbezeichnung Innere Medizin erworben. In den Fächern Allgemeinmedizin sowie Innere und Allgemeinmedizin (Hausarzt) ist gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl von 1.415 auf 1.567.

Zu- und Abwanderungen

Etwas Entlastung schafft der Zuzug von Ärztinnen und Ärzten aus dem Ausland. Die Anzahl der in Deutschland gemeldeten ausländischen Ärzte ist 2018 um rund 3.500 auf annähernd 55.000 gestiegen.

Die meisten berufstätigen ausländischen Ärzte kommen aus Rumänien (4.312), Syrien (3.908) und Griechenland (2.777), gefolgt von Österreich (2.309).

Auf der anderen Seite sind 1.941 bisher in Deutschland tätige Mediziner ins Ausland abgewandert. Die beliebtesten Auswanderungsländer sind weiterhin die Schweiz (590), Österreich (254) und die USA (105).

Die Zahl der Studierenden in der Humanmedizin ist seit der Wiedervereinigung deutlich zurückgegangen. Wie aus den Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, gab es im Wintersemester 1990/1991 noch über 95.000 Studierende dieses Fachs. Bis zum Wintersemester 2015/2016 waren nur noch knapp unter 90.000 zu verzeichnen.

Autor

Karl-Josef Steden