Rente / 14.07.2022

Mehr als 26.000 gesetzliche Renten gehen an über 100-Jährige

Die weiter steigende durchschnittliche Lebenserwartung von Hochbetagten wirkt sich auch auf die Dauer der gezahlten Ruhestandsbezüge aus.

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Wiesbaden/Frankfurt (sth). Eine Meldung des Statistischen Bundesamts zur Zahl der Hochbetagten in Deutschland sorgte am Dienstag und Mittwoch in vielen Medien für Aufsehen. Demnach lebten im vergangenen Jahr mehr als 23.500 Menschen hierzulande, die mindestens 100 Jahre alt waren. Das seien etwa 3.000 mehr gewesen als ein Jahr zuvor, so die amtlichen Statistiker. "Auffällig ist zudem der deutlich höhere Frauenanteil", erläuterte die Wiesbadener Behörde die neuen Zahlen. Von den hochbetagten Menschen seien knapp 18.900 weiblich, das entspricht einem Anteil von 80,2 Prozent. Die Quote der Männer an den mindestens Hundertjährigen hat den Angaben zufolge in den vergangenen zehn Jahren aber "kontinuierlich zugenommen: von 13 Prozent (2011) auf 19,8 Prozent (2021)". 

Auch in den Statistiken der Deutschen Rentenversicherung (DRV) macht sich der weitere Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung seit vielen Jahren bemerkbar. So registrierten die DRV-Datenexperten Ende des Jahres 2020 mehr als 14.100 Bezieherinnen und Bezieher einer gesetzlichen Altersrente über 100 Jahre - darunter knapp 2.500 Männer und mehr als 11.600 Frauen. Auch hier lag der Frauenanteil bei mehr als 80 Prozent. Von den knapp 12.700 gesetzlichen Hinterbliebenenrenten an über 100-Jährige entfielen zum gleichen Zeitpunkt mehr als 11.900 auf Witwenrenten, nur 755 Renten flossen an Witwer.

Durchschnittliche Rentenbezugszeit liegt bei mehr als 20 Jahren

Insgesamt zahlten die DRV-Träger Ende 2020 somit monatlich etwa 26.800 Renten an hochbetagte Senioren und Hinterbliebene aus. Da Rentnerinnen und Rentner Anspruch auf eine Altersrente und eine gleichzeitige Hinterbliebenenrente haben können, dürfen die Zahlen über gezahlte Renten nicht mit der Zahl der Rentenbeziehenden gleichgesetzt werden.

Die steigende Zahl der über 100-Jährigen und die weiter gestiegene durchschnittliche Lebenserwartung der Bevölkerung sorgen nicht nur für eine insgesamt größer werdende Rentnerzahl. Auch die durchschnittliche Zeit des Rentenbezugs - sie lag für 2021 beendete Renten im Mittel bei 20,5 Jahren - steigt seit vielen Jahren fast ununterbrochen. Seit 1960 hat sie sich um mehr als das Doppelte verlängert. Für die über 100-Jährigen ist die besonders lange Zeit des Rentenbezugs zudem aus wirtschaftlicher Sicht ein Grund zur Freude: Die Rendite für die von ihnen und ihren Arbeitgebern bezahlten Rentenbeiträge ist erheblich.     

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Autor

Stefan Thissen