Rente / 08.01.2019

Mehr als 55 Millionen Rentenversicherte

Der anhaltende Konjunkturaufschwung sorgte auch 2017 für ein deutliches Plus bei den Beitragszahlern an die Rentenkassen.

Mann arbeitet am Schaltkasten – Bildnachweis: Fotolia.de © industrieblick

Berlin/Bad Homburg (sth). Immer mehr Menschen in Deutschland erwerben Ansprüche an die gesetzliche Rentenversicherung. Wie aus aktuellen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung hervorgeht, stieg die Gesamtzahl der derzeitigen und früherer Beitragszahler, die noch keine Rente beziehen, im Jahr 2017 von 54,45 auf rund 55,1 Millionen. Das entspricht einem Zuwachs von mehr als 660.000 Personen. Auch im Jahr zuvor war die Mitgliederzahl im deutschen Rentensystem bereits um mehr als 630.000 Versicherte gestiegen. In den 25 Jahren seit 1992 – dem ersten Jahr mit Daten für das gesamte Bundesgebiet – ist die Zahl der Rentenversicherten demnach um mehr als 5,25 Millionen gewachsen.

Besonders dynamisch entwickelte sich die Versichertenzahl den Daten der Rentenversicherung zufolge seit dem Ende der Weltfinanzmarktkrise ab 2010. Während sie in den Nuller-Jahren weitgehend stagnierte, wurden 2011 rund 200.000 Mitglieder mehr als im Vorjahr registriert, 2012 gab es ein Plus von etwa 250.000 Versicherten, 2013 von rund 300.000 und ab 2015 jährlich von mehr als einer halben Million. Auf den Konten von mehr als zwei Drittel aller Versicherten – knapp 38,2 Millionen – fand Ende 2017 eine regelmäßige Bewegung statt (sie werden als "aktiv Versicherte" gezählt), auf 16,9 Millionen Konten waren Rentenansprüche aus früheren Beitragszeiten vermerkt ("passiv Versicherte").

Immer mehr Pflichtversicherte – besonders Pflegepersonen

Auffallend stark gestiegen ist seit 2009 die Zahl der Frauen und Männer, die als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – gemeinsam mit ihren Arbeitgebern – Pflichtbeiträge an die Rentenversicherung abführen. Innerhalb von acht Jahren registrierten die 16 gesetzlichen Rentenversicherer hier einen Zuwachs von fast fünf Millionen Beitragszahlern auf 31,1 Millionen am Jahresende 2017. Weitere 1,8 Millionen Menschen zahlten zum Beispiel als Selbstständige Pflichtbeiträge oder bekamen Pflichtbeiträge gezahlt – etwa als Pflegeperson eines häuslich betreuten Pflegebedürftigen, als Arbeitslose oder als erziehende Elternteile von Kindern in den ersten drei Lebensjahren.

Einen regelrechten Sprung gab es laut den neuen Rentenversicherungsdaten bei den häuslich tätigen Pflegepersonen, die Rentenbeiträge von den Pflegekassen der Pflegebedürftigen gezahlt bekommen. Ihre Zahl stieg nach jahrelanger Stagnation von 302.000 im Jahr 2016 binnen Jahresfrist auf mehr als 527.000. Zu dieser Entwicklung beigetragen haben dürften vor allem die Neuregelungen durch das seit Anfang 2017 geltende Pflegestärkungsgesetz. Seither reicht es für die Zahlung von Rentenbeiträgen aus, wenn Pflegende an (mindestens) zwei Tagen pro Woche mindestens zehn Stunden lang einen Pflegebedürftigen betreuen. Zuvor war eine wöchentliche Mindestpflege von 14 Stunden erforderlich, um Rentenbeiträge gutgeschrieben zu bekommen.

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Link zu den aktuellen Versichertenzahlen der Deutschen Rentenversicherung für 2017 

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Autor

Stefan Thissen