Rente / 07.10.2020

Mehr als zwölf Prozent neuer Renten gehen an Ausländer

Immer mehr Ausländer arbeiten in Deutschland – und erwerben hier Rentenansprüche. Das schlägt sich auch bei den gezahlten Renten nieder.

Bild zum Beitrag "Über zwölf Prozent der Neurentner sind Ausländer". Das Bild zeigt von unten internationale Flaggen, die vor blauem Himmel wehen.

Bad Homburg (sth). Deutschland wird immer mehr ein Land der Zuwanderer. Das schlägt sich auch in den Statistiken der Deutschen Rentenversicherung nieder – bei der Zahl der ausländischen Beschäftigten, Selbstständigen und Kinder erziehenden Elternteile ("aktiv Versicherte"), aber auch bei den Rentnerinnen und Rentnern mit nicht-deutschem Pass. Etwa 168.000 Renten wurden demnach im vergangenen Jahr erstmals an Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit gezahlt, knapp 1,2 Millionen Neurenten flossen an Deutsche. Damit gingen etwa 12,3 Prozent der mehr als 1,36 Millionen erstmals gezahlten Renten auf die Konten von Zuwanderern. 

Schon jetzt deuten alle Anzeichen darauf hin, dass künftig noch sehr viel mehr Menschen aus anderen Ländern der Welt hierzulande Rentenansprüche erwerben und Renten ausgezahlt bekommen werden. So wuchs die Zahl der aktiv versicherten Ausländer allein zwischen 2017 und 2018 von knapp sechs auf mehr als 6,4 Millionen – ein Anstieg von mehr als sieben Prozent. Die größten Nationalitäten-Gruppen unter ihnen stellten mehr als eine Million Türken dar (Frauen sind bei allen Angaben mit eingeschlossen, d. Red.) dar, gefolgt von etwa 526.000 Polen, 426.000 Syrerern, 393.000 Rumänen und 333.000 Italienern. Im Jahr 2000 waren erst etwa 2,75 Millionen Ausländer aktiv rentenversichert.

Auch die meisten neuen Ausländer-Renten wurden 2019 an Türken gezahlt – mehr als 26.000, knapp gefolgt von ebenfalls rund 26.000 Neurenten für Italiener. Weitere große Gruppen unter den neuen Rentnern waren mehr als 12.500 Polen, 8.000 Griechen, knapp 7.900 Spanier und mehr als 7.200 Österreicher. Unter den Ausländergruppen, die schon länger eine deutsche Rente beziehen, führen mehr als 508.000 Italiener die Tabelle an. Weitere große Zuwanderer-Kontingente unter den Rentnern bildeten im vergangenen Jahr mehr als 440.000 Menschen aus den Nachfolge-Staaten des früheren Jugoslawien, rund 430.000 Türken und mehr als 222.000 Spanier.

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Autor

Stefan Thissen