Soziales / 01.07.2020

Mehr Arbeitslose und Hartz-4-Bezieher – Rekord bei Kurzarbeit

Vor allem die Zahl der Kurzarbeiter ist infolge der Coronakrise enorm gestiegen. Der Arbeitsmarkt ist weiterhin unter Druck.

Eingangsbereich der Bundesagentur für Arbeit.

Nürnberg (dpa). Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist wegen der Folgen der Coronakrise erneut gestiegen. Im Juni waren 2,853 Millionen Menschen ohne Job, 40.000 mehr als noch im Mai und 637.000 mehr als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent. Normalerweise sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Juni am Ende der Frühjahrsbelebung saisonbedingt.

Im April sei der höchste jemals erreichte Stand an Kurzarbeitern in der Bundesrepublik erreicht worden, so die Bundesagentur bei der Vorlage ihrer Monatsstatistik. Demnach waren im April 6,83 Millionen Menschen in Kurzarbeit, nach 2,49 Millionen, die noch im März gemessen wurden.

Insgesamt haben in der Coronakrise inzwischen Betriebe für mehr als 12 Millionen Menschen Kurzarbeit angemeldet. Zu den 11,8 Millionen im März, April und Mai kamen im Juni noch einmal Anzeigen für 342.000 Menschen hinzu, berichtete die Bundesagentur. Erfahrungsgemäß wird Kurzarbeit nicht in allen angezeigten Fällen realisiert. Die Bundesagentur rechnet mit den Betrieben mit einer Verzögerung von drei Monaten ab.

Massiver Einsatz von Kurzarbeit stabilisiert den Arbeitsmarkt

„Der Arbeitsmarkt ist wegen der Coronakrise weiterhin unter Druck“, sagte der Vorstandschef der Bundesagentur, Detlef Scheele. „Der massive Einsatz von Kurzarbeit stabilisiert aber den Arbeitsmarkt.“

Gestiegen ist in der Coronakrise auch die Zahl der Hartz-4-Empfänger in Deutschland. Deren Zahl habe im Juni bei 4,076 Millionen gelegen, 152.000 Personen mehr als im Juni 2019. Damit waren im Juni nach Angaben der Bundesagentur 7,5 Prozent der Personen im erwerbsfähigen Alter auf Hilfe angewiesen.

Weitere Informationen

www.arbeitsagentur.de
BA: Arbeitsmarkt im Juni 2020

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 Deutsche Presseagentur