Soziales / 30.07.2019

Mehr Mütter mit älteren Kindern arbeiten

Frauen arbeiten nach der Familienphase in größerem Stundenumfang als Mütter mit kleinen Kindern – Beruflicher Erfolg ist vielen wichtig

Frau sitzt am Schreibtisch und sichtet Unterlagen: MEhr Mütter von älteren Kindern arbeiten – und das auch mit mehr Stunden

Köln (kma/dpa). Immer mehr Mütter von Kindern, die schon zehn Jahre oder älter sind, gehen arbeiten – und leisten dabei auch mehr Stunden. Der Anteil erwerbstätiger Mütter mit Kindern zwischen 10 und 14 Jahren stieg von 2008 bis 2017 von 70,4 auf 78,3 Prozent. Bei Frauen mit Kindern zwischen 15 und 17 nahm er von 75,3 auf 82,8 Prozent zu. Das geht aus einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Grund sei, dass fast überall die Betreuungsmöglichkeiten für ältere Kinder nach der Schule besser geworden sind. Denn zugleich nahm der Anteil der Mütter von Kindern im Teenageralter mit kleinen Teilzeitjobs von höchstens 21 Stunden von 36,7 auf 28,3 Prozent ab.

Eine Befragung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) ergab, dass Frauen mit Kindern zwischen 10 und 17 Jahren auch mehr arbeiten wollen – und zwar nicht nur, um das Familieneinkommen aufzubessern, sondern weil der Beruf auch von hoher emotionaler Bedeutung für sie ist. Erfolg im Beruf sei demnach für 56,8 Prozent der befragten Frauen wichtig und für 16,4 Prozent sogar sehr wichtig.

Mütter von kleinen Kindern arbeiten weniger

Trotz des Ausbaus von Betreuungsangeboten im Kita- und Grundschulbereich ist der Erwerbstätigenanteil der 35- bis 44-Jährigen in den letzten 20 Jahren nur von 68,1 Prozent über 76,5 Prozent auf 79,9 Prozent gestiegen und liegt damit seit dem Jahr 2010 niedriger als bei den 45- bis 54-Jährigen (83,2 Prozent in 2017). Ein Grund dürfte sein, dass Frauen mit kleineren Kindern eher in kleiner Teilzeit arbeiten wollen. So steigen die Erwerbstätigen- und Vollzeitanteile der Mütter an, nachdem das jüngste Kind die Grundschule verlassen hat.

Nach der Familienpause wieder mehr Stunden

 "Vor diesem Hintergrund ist damit zu rechnen, dass sich die positive Entwicklung bei Erwerbsbeteiligung und Erwerbsumfang von Müttern mit älteren Kindern in den nächsten Jahren noch weiter fortsetzen wird", schreiben die Experten des IW in ihrem Kurzbericht. Das müsse aber nicht heißen, dass Frauen auf absehbare Zeit zum überwiegenden Teil in Vollzeit arbeiten werden. Die große Teilzeit (mehr als 21 Stunden) könne für sie eine Alternative darstellen – und sei anders als die kleine Teilzeit auch eher geeignet, den eigenen Lebensunterhalt im Falle einer Trennung zu sichern. Deshalb sei es für diese Altersgruppe derzeit auch nicht nötig, weitere Maßnahmen zu ergreifen, um Erwerbsanreize zu schaffen. 

Trotzdem müsse es für Mütter nach der Familienphase Qualifizierungs- und Vermittlungsangebote geben. Auch die Kinderbetreuung solle weiter ausgebaut werden, damit sich Frauen gar nicht erst länger aus dem Job zurückziehen, weil sich eine längere Auszeit negativ auf Karriere- und Einkommensperspektiven auswirke.

Weitere Informationen

www.iwkoeln.de/studien/iw-kurzberichte

Kurzbericht des IW zum Herunterladen

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Autor

Katja Mathes