Rente / 24.11.2022

Mehr Selbstständige zahlen Renten-Pflichtbeiträge

Die Zahl der gesetzlich rentenversicherten Unternehmer ist im vergangenen Jahrzehnt von etwa 260.500 auf rund 322.500 gestiegen.

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Frankfurt (sth/drv). Erneut sind mehr Selbstständige sind für die Sicherung ihres Alters, gegen das Erwerbsminderungsrisiko und zum Schutz ihrer Angehörigen in der gesetzlichen Rentenversicherung abgesichert. Laut den jüngsten Daten der Deutschen Rentenversicherung, die ihre-vorsorge.de vorliegen, stieg die Zahl der rentenversicherten Unternehmerinnen und Unternehmer 2020 gegenüber dem Vorjahr um mehr als 1.300 auf etwa 322.500. Zwischen 2010 und 2020 kletterte ihre Zahl demnach um etwa 62.000. Das entspricht einem Anstieg von knapp 24 Prozent. Diese Entwicklung dürfte die Diskussion über die politisch noch ungeklärte Frage, ob und ab wann sich nicht obligatorisch gesicherte Selbstständige künftig für das Alter absichern müssen, weiter verstärken.

Zu den rentenpflichtversicherten Selbstständigen gehören auch knapp 56.000 Handwerkerinnen und Handwerker. Selbstständige Handwerker sind grundsätzlich rentenversicherungspflichtig. Voraussetzung ist, dass sie tatsächlich selbstständig arbeiten und in der Handwerksrolle eingetragen sind. Im Normalfall teilen die Handwerkskammern der gesetzlichen Rentenversicherung Eintragungen in der Handwerksrolle mit. In bestimmten Fällen sind Handwerker aber selbst verpflichtet, sich innerhalb von drei Monaten bei ihrem Rentenversicherungsträger zu melden.

Das gilt insbesondere für Inhaber eines Handwerksbetriebs, die ihren Meistertitel erst später erlangen und bis dahin einen Betriebsleiter mit Meistertitel beschäftigen. Aufgrund einer Rechtsänderung sind die Handwerkskammern jedoch nicht mehr verpflichtet, den nachträglichen Meistertitel in der Handwerksrolle einzutragen. Mit dem Erwerb des Meistertitels werden selbstständige Handwerker versicherungspflichtig. Um Geldeinbußen und Beitragsnachforderungen zu vermeiden, sollten sie sich zeitnah mit ihrem Rentenversicherungsträger in Verbindung setzen. Die Meldepflicht gilt auch, wenn ein bisheriger Nebenbetrieb künftig als Hauptbetrieb geführt wird.

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Autor

Stefan Thissen