Soziales / 08.03.2021

Menschen in sozialen Berufen erkranken viel häufiger an Covid-19

Eine Auswertung der Techniker Krankenkasse zeigt „extreme Unterschiede“ zwischen den Berufsgruppen.

Menschen in sozialen Berufen erkranken viel häufiger an Covid-19. – Krankenschwester setzt Patient im Krankenbett eine Sauerstoffmaske auf.

Hannover (dpa/lni). Pflegekräfte und Kita-Beschäftigte erkranken nach einer Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) öfter an Covid-19 als andere Berufstätige. Das berichtete der NDR am Sonntag unter Berufung auf die ihm vorliegende Untersuchung. Die gesetzliche Krankenversicherung hat danach alle Corona-Diagnosen ihrer erwerbstätigen Mitglieder ausgewertet, insgesamt knapp 28.000. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Berufsgruppen seien „extremen Unterschieden“.

Doppelt so viele Covid-Fälle bei Beschäftigten in Pflegeberufen

Während im Durchschnitt von 100.000 Erwerbstätigen knapp 500 wegen einer Corona-Infektion krankgeschrieben wurden, so waren es bei ambulanten und stationären Altenpflegekräften mit gut 1.200 mehr als doppelt so viele. Es folgen Kita-Beschäftigte (1.127) sowie Krankenschwestern und -pfleger (1101). Ebenfalls unter den besonders betroffenen Berufsgruppen sind Ergo- und Physiotherapeuten, medizinische Fachangestellte wie Arzthelferinnen sowie Sonderpädagoginnen und -pädagogen, Ärztinnen und Ärzte.

Frauen (574 je 100.000) sind im Schnitt etwas häufiger betroffen als Männer (420 je 100.000).

Große Unterschiede zu anderen Berufsgruppen

„Wir sehen in unseren Daten, dass vor allem Menschen in sozialen Berufen mit engem Kontakt zu anderen Menschen mit der Diagnose Covid-19 krankgeschrieben werden“, sagte der Vorstandschef der Krankenkasse, Jens Baas. Besonders selten erhielten dagegen diejenigen Versicherten eine Corona-Diagnose, die in Wissenschaft und Forschung arbeiteten. Dort waren es nur knapp 200 pro 100.000 Erwerbstätige. Auch Mitarbeiter im Controlling und in der IT waren mit selten betroffen.

Autor

 Deutsche Presseagentur