Soziales / 30.08.2018

Midijob-Reform entlastet Geringverdiener

DIW: Beschäftigte mit Monatseinkommen zwischen 450 und 1.300 Euro müssen im Schnitt monatlich 17 Euro weniger zahlen.

Berlin (diw/sth). Die von der Bundesregierung geplante Midijob-Reform würde den Kreis der begünstigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erheblich erweitern. Statt bisher 2,6 Millionen könnten künftig etwa 4,7 Millionen Beschäftigte von einer Entlastung ihrer Sozialbeiträge profitieren. Im Durchschnitt würden die Begünstigten um 17 Euro je Monat entlastet. Das geht aus einer am Mittwoch vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) veröffentlichten Studie hervor.

Die Beitragsausfälle der Sozialversicherungen halten sich der Studie zufolge mit jährlich etwa 400 Millionen Euro in Grenzen, bei der Einkommensteuer entstehe ein Mehraufkommen von gut 100 Millionen Euro, so dass der Staatssektor insgesamt mit rund 300 Millionen Euro belastet wird. Die Reform entlaste überwiegend Erwerbstätigenhaushalte mit unteren und mittleren Einkommen. Aber auch auf die obere Hälfte der erwerbstätigen Bevölkerung entfalle ein Drittel des Entlastungsvolumens, schreiben die DIW-Experten Stefan Bach, Hermann Buslei und Michelle Harnisch.

"Insoweit ist die Reform nicht zielgerichtet auf die Entlastung von Haushalten mit niedrigen Einkommen zugeschnitten", kritisieren die Autoren der Studie. Denn sie fördere zumeist Teilzeitarbeit, die weitgehend von Frauen geleistet wird. Ein Drittel des Entlastungsvolumens entfalle auf Frauen mit Kindern unter 18 Jahren, so das DIW.

Mehr zum Thema:

www.diw.de

Link zur DIW-Studie über die Entlastungswirkung der geplanten Midijob-Reform

Autor

 Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung