Soziales / 25.01.2019

Mietpreisbremse kuriert nur Symptome

Statt weiter an der Mietpreisbremse zu schrauben, müsste der Bund seine Verantwortung im sozialen Wohnungsbau stärker wahrnehmen.

Architekten auf der Baustelle – Bildnachweis: gettyimages.de © Resolution Productions

Berlin (dpa). Die Mietpreisbremse kuriert nach Ansicht des Städte- und Gemeindebunds auch nach ihrer Reform nur die Symptome eines maroden Wohnungsmarkts. „Abschaffen wäre sicher nicht der falsche Schritt“, sagte der Städtebau-Experte des Verbands, Norbert Portz, der Deutschen Presse-Agentur. Er sehe keine quantifizierbare Verbesserung, zugleich werde das Verhältnis von Mietern und Vermietern belastet.

Der Bund soll sozialen Wohnungsbau stärker vorantreiben

Statt weiter an der Mietpreisbremse zu schrauben, müsse der Bund seine Verantwortung im sozialen Wohnungsbau stärker wahrnehmen. „Die beste Entwicklung ist, wenn die Kommune selbst baut“, sagte Portz. Häufig sei zwar Bauland da, aber die Kommunen kämen nicht dran, weil private Besitzer nicht verkaufen wollten.

 

 

Ballungszentren entlasten durch Arbeitsplatzverlagerung

Zugleich müssten die Ballungszentren entlastet werden. „Wir werden das Problem der Wohnungsknappheit nicht allein in den großen Städten lösen können“, sagte Portz. Um Bürger zum Umzug aufs Land zu motivieren, müssten aber Arbeitsplätze – zum Beispiel durch Digitalisierung – in den ländlichen Raum verlagert werden.

Autor

 Deutsche Presseagentur