Soziales / 08.08.2018

Migranten in der Pflege: Viele Überstunden

14 Prozent der Pflegekräfte im stationären Bereich haben einen Migrationshintergrund, im ambulanten Sektor sind es elf Prozent.

Vechta (dpa). Pflegekräfte mit ausländischen Wurzeln leisten im Vergleich zu ihren deutschen Kolleginnen und Kollegen nach einer Studie mehr unbezahlte Überstunden. Der Studie der Sozialwissenschaftlerin Hildegard Theobald von der Universität Vechta zufolge haben im stationären Bereich 14 Prozent der Pflegekräfte einen Migrationshintergrund, im ambulanten Sektor sind es elf Prozent.

Mehr Arbeit, weniger Wertschätzung

„Unbezahlte Überstunden machen 41 Prozent der Migranten und Migrantinnen sowie 18 Prozent der anderen Beschäftigten“, hieß es in der am Dienstag vorgestellten und von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung geförderten Studie.

Ausländische Kräfte bekämen zudem weniger Wertschätzung von Familien und Vorgesetzten. Von ausländerfeindlichen Kommentaren seien 15 Prozent betroffen.

Die Studie vergleicht die Pflegesituation in den Ländern Deutschland, Japan und Schweden. In der deutschen Stichprobe gehören die Pflegekräfte mit Migrationsstatus überwiegend der Gruppe der (Spät-)Aussiedlerinnen an, die einen gesetzlich gesicherten Zugang zur deutschen Staatsbürgerschaft besitzen.

Weitere Informationen

www.boeckler.de
Studie der Hans-Böckler-Stiftung zum Thema Pflegekräfte mit Migrationshintergrund

Autor

 Deutsche Presseagentur