Soziales / 16.04.2020

Mindestlohn: Ifo-Studie zieht negative Bilanz

Die Einführung des Mindestlohns hat zu einem Beschäftigungsabbau geführt. Das Ifo-Institut übt deutliche Kritik an der Umsetzung.

Euromünzen liegen auf einem dunklen Holztisch.

München (dpa). Der Mindestlohn hat einer Studie des Ifo-Instituts zufolge zu einem Beschäftigungsabbau geführt. Ausschlaggebend dafür sei die Verringerung der Arbeitszeit, sagte der Leiter der Ifo-Niederlassung Dresden, Marcel Thum.

Wenn Firmen wegen gleichbleibender Einnahmen, aber höherer Ausgaben die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter reduzieren, sinke das Arbeitsvolumen. „In der Summe erhält man Beschäftigungsverluste durch den Mindestlohn zwischen 129.000 und 594.000 Arbeitsplätzen.“

Mindestlohn beträgt derzeit 9,35 Euro

Die Bundesregierung hatte 2015 einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn eingeführt. Derzeit beträgt er 9,35 Euro. „Im ersten Jahr der Einführung des Mindestlohns machte die Arbeitszeitreduktion die Stundenlohnerhöhungen nahezu vollkommen wett“, schrieben die Autoren. Würde der Mindestlohn nicht teilweise umgangen, wären die Beschäftigungsverluste höher. „Tatsächlich ist die Umsetzung des Mindestlohns bislang alles andere als umfassend.“

Weitere Informationen

www.ifo.de
Zur Studie des Ifo-Instituts

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 Deutsche Presseagentur