Soziales / 27.12.2018

Mindestlohn von über 12 Euro die Stunde

Ab Januar steigt der Mindestlohn um 35 Cent. Doch Gewerkschaftsbund und Sozialverband VdK fordern deutlich mehr. Arbeitbeber hingegen warnen.

Alter Mann zählt Münzen – Bildnachweis: shutterstock.com © mrmohock

Berlin (dpa) Die Gewerkschaften treten für eine deutliche Erhöhung des Mindestlohns ein. "Der Mindestlohn muss mittelfristig steigen und armutsfest sein", sagte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, der Deutschen Presse-Agentur. Existenzsichernd sei der Mindestlohn nicht.

Hoffmann sagte, eine im Mindestlohngesetz für 2020 vorgesehene Evaluierung könne für eine einmalige Anpassung genutzt werden.

Der Sozialverband VdK schloss sich der Forderung an. "Der Mindestlohn muss deutlich erhöht werden und vor Armut schützen", teilte VdK-Präsidentin Verena Bentele am Donnerstag mit. Mit dem derzeitigen Mindestlohn könnten Beschäftigte keine Rente oberhalb der Grundsicherung erwirtschaften. Außerdem genügten die derzeit 8,84 Euro nicht, um steigende Lebenshaltungskosten, etwa für Heizung und Miete, zu kompensieren. "Der Mindestlohn muss daher auf über 12 Euro erhöht werden", forderte Bentele.

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte sich für 12 Euro Mindestlohn ausgesprochen. Hiervor warnten die Arbeitgeber. Setze Scholz sich durch, gerieten die anderen Löhne und die Wettbewerbsfähigkeit unter Druck, sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer der dpa.

Am 1. Januar steigt der Mindestlohn um 35 Cent auf 9,19 Euro. Ab dem 1. Januar 2020 beträgt er brutto 9,35 Euro je Arbeitsstunde.