Rente / 11.12.2019

Minijobber: 1,3 Millionen zahlen Rentenbeiträge

1,27 Millionen gewerbliche Minijobber und knapp 40.000 in Privathaushalten erwarben im 3. Quartal volle Ansprüche auf Renten-Leistungen.

Bild zum Beitrag "". Das Bild zeigt ein Reinigungsmittel, einen Wischmop und einen Eimer auf einem Holzfußboden.

Essen/Bochum (sth). Mehr als 1,3 Millionen der aktuell knapp sieben Millionen Minijobber in Deutschland haben im dritten Quartal dieses Jahres eigene Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt. Das waren 18,8 Prozent der sogenannten geringfügig Beschäftigten. Wie aus dem jetzt veröffentlichten Quartalsbericht der Minijob-Zentrale für die Monate Juli bis September hervorgeht, ließen im September knapp 1,27 Millionen 450-Euro-Jobber im gewerblichen Bereich Rentenbeiträge von ihrem Lohn abziehen, um Anspruch auf alle Leistungen der Rentenversicherung zu erwerben. Dazu kamen knapp 40.000 Minijobber in Privathaushalten. Auch im zweiten Quartal 2019 hatte der entsprechende Anteil bei knapp 18,8 Prozent gelegen.

Seit 2013 sind alle neuen Beschäftigten in Minijobs generell rentenversicherungspflichtig. Durch Widerspruch gegenüber ihrem Arbeitgeber können sie aber auf die Versicherungspflicht und die damit verbundenen Zusatzleistungen der Rentenversicherung verzichten. Nach Ansicht von Fachleuten ist dies aber keine gute Idee. Denn als Versicherungspflichtige erwerben Minijobber neben einer geringfügig höheren Altersrente bei Bedarf – und nach entsprechender Versicherungszeit – einen Anspruch auf eine Reha-Leistung, im Notfall sogar auf eine Erwerbsminderungsrente und auf die staatliche Förderung eines Riester-Vertrags. 

Zuwachs bei rentenpflichtigen Minijobbern in Privathaushalten

Bei den Minijobbern in Privathaushalten sank die Quote der rentenversicherungspflichtig Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr den Angaben zufolge um 4,4 Prozent auf 13,2 Prozent. Auch ihre Zahl reduzierte sich von 41.523 im September 2018 auf 39.701. Insgesamt flossen aus gewerblichen Minijobs und denen in Privathaushalten im dritten Quartal rund 1,06 Milliarden Euro Beiträge an die Rentenversicherung – das waren laut Minijob-Zentrale 3,6 Prozent mehr als im zweiten Vierteljahr und 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der aktuelle Quartalsbericht der Minijob-Zentrale fast auf 18 Seiten die kurz- und mittelfristigen Entwicklungen bei den Minijobs zusammen – aufgeschlüsselt nach Altersgruppen, Bundesländern, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter der Minijobber. Zudem zeigt er, wie sich das Zahlenverhältnis zwischen rentenversicherungspflichtigen und allen 450-Euro-Jobbern entwickelt. Seit mehreren Jahren liegt der Anteil der Minijobber, die eigene Beiträge an die Rentenversicherung zahlen, bei knapp einem Fünftel.

Mehr zum Thema:

www.minijob-zentrale.de

Link zum aktuellen Quartalsbericht der Minijob-Zentrale (pdf)

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Autor

Stefan Thissen