Gesundheit / 05.08.2020

Nach dem Bad im Meer auf kleine Wunden achten

Hinter plötzlichen Schmerzen kann eine Infektion mit Nicht-Cholera-Vibrionen stecken – vor allem für ältere und immungeschwächte Menschen gefährlich.

Strand, Strohhut, Sonnenbrille, Flip Flops – Bildnachweis: shutterstock.com © BlueOrange Studio

Düsseldorf (dpa/tmn). Nach dem Baden in der Nord- oder Ostsee können sich kleine Wunden und offene Hautstellen entzünden. Betroffene sollten die Stellen dann umgehend ärztlich untersuchen lassen. Das rät das Centrum für Reisemedizin (CRM). Insbesondere wenn zusätzlich starke Schmerzen auftreten, sollten Betroffene sofort zum Arzt.

Nicht-Cholera-Vibrionen vermehren sich im Salzwasser rasant

Denn dann kann es sich um eine Infektion mit Nicht-Cholera-Vibrionen handeln. Diese Bakterien leben im salzhaltigen Wasser. Bei warmen Wassertemperaturen über 20 Grad sowie einem Salzgehalt von etwa 0,5 bis 2,5 Prozent vermehren sie sich rasant. Über kaum sichtbare Wunden oder im Wasser entstandene Verletzungen können sie in den Körper eindringen.

Gesunde, junge Menschen erkranken laut CRM in der Regel selten. Die Infektion mit Nicht-Cholera-Vibrionen verlaufe bei ihnen auch meist mild. Dennoch sollten Betroffene Schmerzen und Hautentzündungen nach dem Baden ernst nehmen.

Schwere Verläufe können tödlich enden

Denn im weiteren Verlauf können Fieber und Schüttelfrost auftreten. Auch eine Blutvergiftung kann die Folge sein. Wird die Infektion nicht richtig behandelt, kann bei schweren Verläufen Gewebe absterben, dazu können Hautgeschwüre entstehen – im schlimmsten Fall müssen Gliedmaßen amputiert werden.

Für Risikopatienten kann eine Infektion mit Nicht-Cholera-Vibrionen sogar tödlich enden. Dazu zählen etwa ältere, immungeschwächte Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus sowie Leber-, Herz- oder Krebserkrankungen.

Meldepflicht seit 20. März

Rechtzeitig erkannt und schnell reagiert, ist die Behandlung laut CRM auch bei Risikopatienten in der Regel erfolgreich. Seit 20. März besteht in Deutschland bei einer Infektion eine Meldepflicht.

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 Deutsche Presseagentur – Themendienst