Soziales / 16.11.2020

Nachfrage nach Erziehungshilfen auf Höchststand

Immer mehr Eltern wenden sich an Erziehungsberatungen, weil sie nicht mehr weiter wissen. Fast die Hälfte davon sind Alleinerziehende.

Junge Mutter spielt mit ihrer Tochter im Kindergartenalter.

Wiesbaden (dpa). Erziehungsberatung, Familienhilfe, Pflegefamilie, Heimunterbringung: Solche „erzieherischen Hilfen“ haben im vergangenen Jahr einen Höchststand erreicht. 2019 haben die Träger der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland 1,017 Millionen dieser Maßnahmen für junge Menschen unter 27 Jahren gewährt, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Das waren 1,3 Prozent mehr als 2018 und laut Amt so viele wie nie zuvor. Zwischen 2009 und 2019 sind die Fallzahlen kontinuierlich gestiegen.

Fast die Hälfte aller erzieherischen Hilfen wurden 2019 von Alleinerziehenden in Anspruch genommen. In mehr als jedem dritten Fall lebte die Familie ganz oder teilweise von Transferleistungen.

Eltern Minderjähriger haben nach dem Kinder- und Jugendhilferecht Anspruch auf solche Hilfen, wenn eine dem Kindeswohl entsprechende Erziehung nicht gewährleistet werden kann. Die Inanspruchnahme ist freiwillig, kann aber auch von Gerichten angeordnet werden. Unter bestimmten Voraussetzungen ist das bis 27 Jahre möglich.

Von den zehn verschiedenen Hilfearten wurden 2019 am häufigsten Erziehungsberatungen in Anspruch genommen (47 Prozent), an zweiter und dritter Stelle standen Heimerziehungen und sozialpädagogische Familienhilfen (je 13 Prozent). Dahinter folgten Pflegefamilien (9 Prozent) und Erziehungsbeistände oder Betreuungshelfer (7 Prozent).

Autor

 Deutsche Presseagentur