Finanzen / 06.11.2019

Negativzinsen auch für Privatkonto unter 100.000 Euro

Geld auf dem Konto liegen lassen, kostet – das gilt jetzt auch für manche Privatkunden. Negativzinsen können aber nicht einfach so eingeführt werden.

Bild zum Thema Negativzinsen auch für Privatkonto unter 100.000 Euro: Eurosymbol vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.

Heidelberg/Stuttgart (dpa/tmn). Einzelne Banken berechnen bereits seit Monaten Negativzinsen auf Geldeinlagen. Bei Privatkunden waren Guthaben unter 100.000 Euro bislang davon nicht betroffen. Nach Auswertungen des Vergleichsportals Verivox erhebt nun ein Institut Negativzinsen auch auf Tagesgeldeinlagen über 75.000 Euro.

Laut Preisaushang werden auf höhere Einlagen 0,5 Prozent Verwahrungsentgelt fällig. Voraussetzung ist, dass der zugrundeliegende Vertrag die Möglichkeit der Berechnung negativer Zinsen ausdrücklich vorsieht. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg müssen Institute solche Verwahrentgelte allerdings individuell vereinbaren. Die Einführung über einen Preisaushang sei nicht wirksam.

Bei Verwahrentgelt sollten Kunden einen Bank-Wechsel erwägen

Betroffene Kunden sollten den Wechsel zu einer Bank mit günstigeren Konditionen prüfen, rät Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Nach Angaben der unabhängigen Finanzberatung FMH bekommen Sparer für Geld auf dem Tagesgeldkonto derzeit im Schnitt 0,05 Prozent Zinsen (Stand: 05.11.).

Weitere Informationen

www.ecb.europa.eu: Meldung vom 12.09.2019
EZB zu Freibeträgen beim negativen Einlagensatz

www.ecb.europa.eu: Meldung vom 24.10.2019
EZB-Zinsentscheidung

www.verivox.de
Verivox: Negativzinsen

www.fmh.de
FMH-Finanzberatung: Zinsvergleich Tagesgeld

www.volksbank-magdeburg.de
Preisaushang Volksbank Magedeburg (PDF)

Autor

 Deutsche Presseagentur – Themendienst