Soziales / 15.02.2018

Nicht für alle nutzbar

Linke: Geplantes Recht auf befristete Teilzeit nur für jeden Vierten

Berlin (dpa). Vom geplanten Recht auf befristete Teilzeit kann nach Angaben der Linken im Bundestag nur rund jeder vierte Beschäftigte in Deutschland (26,6 Prozent) Gebrauch machen. Das sagte die Abgeordnete Jutta Krellmann der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Sie beruft sich auf die Regierungsantwort auf zwei schriftliche Fragen von ihr, über die die "Bild"-Zeitung bereits berichtet hatte. Krellmann wertete die Daten sowie Zahlen der Bundesagentur für Arbeit nun noch weiter aus.

Rückkehrrecht in Unternehmen ab 45 Mitarbeiter

Union und SPD wollen in einer neuen großen Koalition ein Recht auf befristete Teilzeit schaffen. Das Rückkehrrecht von Teil- auf Vollzeit soll nur für Unternehmen ab 45 Mitarbeiter gelten. Von 46 bis 200 Mitarbeitern soll der Anspruch nur einem pro angefangenen 15 Mitarbeiter gewährt werden müssen.

In Betrieben unter 45 Beschäftigten arbeiten den Angaben zufolge insgesamt 14,6 Millionen Beschäftigte (39,2 Prozent) - 7,7 Millionen Frauen und 6,9 Millionen Männer.

In Betrieben zwischen 45 und 200 Beschäftigten arbeiteten 9,7 Millionen Beschäftigte (26 Prozent) - nur für ein Fünfzehntel von ihnen ist das geplante neue Recht vorgesehen.

Geringfügig Beschäftigte außen vor

Ausschließlich geringfügig Beschäftigte hätten generell nichts von einem Recht auf befristete Teilzeit, wie Krellmann weiter erläuterte. 782.000 von ihnen arbeiteten in Betrieben mit 200 oder mehr Beschäftigten. Damit hätten weitere 2,1 Prozent aller Beschäftigten von dem neuen Recht nichts. Und 2,9 Millionen Teilzeitbeschäftigte arbeiten demnach in Betrieben ab 200 Beschäftigte. Das sind den Angaben zufolge 7,8 Prozent aller Beschäftigten. Sie hätten von der geplanten Neuregelung nur etwas, wenn sie erstmal ihre Arbeitsstunden aufstockten, so Krellmann.

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 Deutsche Presseagentur