Soziales / 09.04.2020

NRW stoppt Auszahlung von Soforthilfen an Selbstständige

Cyber-Kriminalität in der Corona-Krise: Durch Daten-Phishing greifen Betrüger Soforthilfe ab. Das LKA ermittelt.

Junges Paar sitzt im Schneidersitz auf dem Sofa und schaut zusammen in ein Notebook.

Düsseldorf (dpa/lnw). Das NRW-Wirtschaftsministerium stoppt wegen mutmaßlich betrügerischer Internetseiten die Soforthilfe-Auszahlungen für Selbstständige und Unternehmen in der Corona-Krise. Die Entscheidung sei in Abstimmung mit dem Landeskriminalamt (LKA) gefallen, teilte das Ministerium am Donnerstag mit.

Laut den Ermittlern haben Betreiber der Fake-Seiten „mit gefälschten Antragsformularen Daten abgefischt und diese mutmaßlich für kriminelle Machenschaften genutzt“, hieß es. Offenbar haben die Täter dann selbst „betrügerische Anträge“ gestellt.

Daten-Phishing über gefälschte Corona-Soforthilfe-Internetseiten

Das LKA hatte am Mittwochabend öffentlich vor gefälschten Corona-Soforthilfe-Internetseiten gewarnt. Damit versuchten „skrupellose Betrüger von der Corona-Krise zu profitieren“, hieß es in der Mitteilung. Die Täter würden die Fake-Internetseiten unter anderem prominent über Werbeanzeigen in Suchmaschinen platzieren. Soforthilfe könnten Unternehmer nur über die Seite https://soforthilfe-corona.nrw.de beantragen.

LKA ermittelt zu betrügerischen Soforthilfe-Anträgen

Das LKA hat eine Ermittlungskommission eingerichtet. „In den kommenden Tagen wird die Ermittlergruppe ihre Recherchen fortsetzen, um betrügerische Anträge zu identifizieren“, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Sowohl der Bund als auch das Land hatten direkte Zuschüsse für Unternehmen beschlossen, deren Geschäft angesichts der Corona-Pandemie leidet oder ganz ausfällt.

Soforthilfe-Anträge können weiter gestellt werden

Betriebe mit bis zu fünf Angestellten können 9.000 Euro beantragen, Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten 15.000 Euro. Mittelgroße Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern können 25.000 Euro bekommen. In den vergangenen Wochen wurden bereits Hunderttausende Anträge in NRW bewilligt. Anträge könnten weiter gestellt werden, hieß es in der Mitteilung am Donnerstag.

Autor

 Deutsche Presseagentur