Rente / 01.04.2019

Nur heute: Ausgleich in der Rente

An diesem Montag wertet die Rentenversicherung die meist niedrigeren Gehälter von Frauen für die Rente deutlich auf. – Unser #Aprilscherz.

Weibliches Paar beim Shopping. – Bild: stocksy / Aila Images / Ondine Goldswain

Bad Homburg (sth). Erst vor gut zwei Wochen legte das Statistische Bundesamt wieder seinen Finger in eine alte – und deshalb jedes Jahr neu stark schmerzende – Wunde: Frauen bekommen in Deutschland deutlich weniger Gehalt für ihre Arbeit als Männer. Bei durchschnittlich 21 Prozent lag nach Analysen der Statistiker im vergangenen Jahr die Verdienstdifferenz – neudeutsch: Gender Pay Gap – zwischen den Geschlechtern.

Zwar wird dieser Unterschied immer wieder mit den unterschiedlichen Branchen und Berufen begründet, in denen die Mehrzahl der Frauen und Männer beschäftigt sind. Doch selbst bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit beträgt der Lohnunterschied nach Angaben der Wiesbadener Behörde noch sechs Prozent.

Zeichen setzen

Um den von Frauenverbänden und Gewerkschaften seit vielen Jahren kritisierten Missstand endlich zu beseitigen, setzen die Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung (DRV) und die DRV Knappschaft-Bahn-See an diesem Montag ein starkes Zeichen: Die üblichen acht Arbeitsstunden – bei Teilzeitarbeit entsprechend weniger – bewerten die 15 Rentenversicherer bei Frauen für die Rente heute generell um 21 Prozent höher.

Das wirke sich zwar auf den Rentenanspruch der begünstigten 18 Millionen aktiv rentenversicherten Frauen nur "im Cent-Bereich" aus, räumen die beteiligten Rentenversicherer in einer Mitteilung ein, die www.ihre-vorsorge.de exklusiv vorliegt. Doch auf den finanziellen Aspekt komme es der Rentenversicherung bei ihrem politischen Vorstoß auch nicht an. "Frauenarbeit muss sich auch in der Rente endlich in gleicher Höhe bemerkbar machen wie bei den Männern", fordern die Frauenbeauftragten der Rentenversicherung einmütig.

Männeraktion im kommenden Jahr

Für den 1. April 2020 haben die an der Aktion beteiligten Rentenversicherer bereits eine weitere Idee: Dann sollen alle rentenversicherten Männer ebenfalls für einen Arbeitstag – als Zeichen der Solidarität – auf 21 Prozent ihrer Rentenansprüche verzichten. Die Rentenkassen würden von dem erhofften starken Zeichen ebenfalls profitieren. Denn der Finanzpuffer der Rentenversicherung, die Nachhaltigkeitsrücklage, bliebe in diesem Fall unangetastet.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat bereits seine Unterstützung der Aktion angekündigt. Er will heute zwischen 7 Uhr morgens und 19 Uhr abends in einem Hubschrauber der Flugbereitschaft der Bundeswehr alle beteiligten Rentenversicherer besuchen und den Beschäftigten seine Anerkennung persönlich aussprechen. Am späten Sonntagabend verlautete aus Berlin allerdings, dass der für die Aktion vorgesehene Helikopter „nicht einsatzfähig“ sei.

Mehr zum Thema:

www.deutsche-rentenversicherung.de

Link zu einer Mitteilung der Deutschen Rentenversicherung zur Entwicklung der Renten von Frauen

www.bundestag.de

Link zum Bericht des Deutschen Bundestags über eine Expertenanhörung zur Wirksamkeit des Entgelttransparenzgesetzes

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Autor

Stefan Thissen