Rente / 05.02.2021

Nutzung des Rentensplittings offenbar noch unbekannt

Offizielle Zahlen über die vollzogene Aufteilung der Rentenansprüche von Ehepartnern liegen der Bundesregierung bis heute nicht vor.

Das Bild zeigt ein Rentner-Ehepaar, das gemeinsam auf ein Tablet schaut.

Berlin (sth). Seit dem Jahr 2002 können sich Ehepaare dafür entscheiden, schon zu gemeinsamen Lebzeiten die von beiden Partnern erworbenen Rentenansprüche zu gleichen Teilen untereinander aufzuteilen. Nach dem Willen der damaligen Bundesregierung, die das sogenannte Rentensplitting auf den Weg brachte, soll mit diesem Angebot "einer partnerschaftlichen Teilung der Rentenanwartschaften einem gewandelten Partnerschaftsverständnis von Männern und Frauen Rechnung getragen werden". Das Rentensplitting ähnelt – aber nur bezogen auf die gesetzliche Rente – dem Versorgungsausgleich, der für Ex-Ehepaare nach der Scheidung vom Familiengericht durchgeführt wird.

Trotz der fast zwei Jahrzehnte, in denen die Möglichkeit zum Rentensplitting inzwischen besteht, liegen offenbar bis heute keine belastbaren Zahlen über seine Nutzung vor. Das geht aus einer im Herbst 2019 veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor. Auch Daten über die Höhe der aufgeteilten Rentenansprüche von Ehepartnern sind demnach nicht bekannt. Eine im Herbst 2019 bekannt gewordene Studie der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags, die sich mit der Forderung von Bündnis 90/Die Grünen nach einem "obligatorischen Rentensplitting als Partnerschaftsausgleich in der Rente" auseinandersetzte, nannte ebenfalls keine Daten zur Nutzung dieses Angebots. 

Das Rentensplitting stellt der Antwort der Bundesregierung zufolge "eine Alternative zur Witwen- bzw. Witwerrente dar". Es könne sich vor allem für diejenigen Partner lohnen, die während der Ehe oder der Zeit einer Partnerschaft weniger Rentenanwartschaften ansammeln konnten und von einer möglichen Witwen- oder Witwerrente wegen der Einkommensanrechnung auf Hinterbliebenenrenten "voraussichtlich kaum profitieren" würden. Die Wahlmöglichkeit zwischen Hinterbliebenenrente und den Vorteilen durch das Rentensplitting sollte auch künftig "nicht eingeschränkt werden", heißt es in dem Regierungsschreiben.

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Autor

Stefan Thissen