Rente / 04.09.2019

OECD: Beschäftigung im Alter fördern

Anstieg des Rentner-Anteils könnte durch längere Lebensarbeitszeit und kleinere Erwerbsdifferenz zwischen Geschlechtern reduziert werden.

Bild zum Beitrag "OECD: Beschäftigung im Alter fördern". Dss Bild zeigt einen Lagerarbeiter im Rentenalter mit einem Schutzhelm, der in einer Lagerhalle sitzt.

Paris (oecd/sth). Angesichts der raschen Bevölkerungsalterung braucht es OECD-weit dringend Reformen, die Beschäftigungsmöglichkeiten im Alter fördern. Dies ist das Ergebnis einer neuen OECD-Studie. Demnach scheiden Menschen heute trotz der gestiegenen Lebenserwartung im Schnitt jünger aus dem Arbeitsleben aus als noch vor 30 Jahren. Das führt der OECD zufolge dazu, dass bereits 2050 im OECD-Schnitt auf 100 Beschäftigte 58 Ruheständler und Nichterwerbstätige im Alter von über 50 Jahren kommen könnten. Zum Vergleich: Im Jahr 2008 seien auf 100 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 42 Ruheständler und Nichterwerbstätige in dieser Altersgruppe gekommen.

Diese Zunahme von 42 auf 58 entspräche einem Anstieg um 40 Prozent, so die OECD. Der Studie zufolge könnte er auf neun Prozent gedrosselt werden, wenn einerseits Erwerbstätige später aus dem Arbeitsleben ausscheiden und andererseits bereits in jüngeren Jahren die Unterschiede in der Erwerbstätigkeit von Männern und Frauen verringert würden. Die Studie gebe dazu konkrete Empfehlungen, heißt es.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen zielten insbesondere darauf ab, "Arbeit im Alter zu belohnen und Arbeitgeber zu ermutigen, ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzustellen oder im Unternehmen zu behalten", schreibt die derzeit 36 Staaten umfassende OECD. Gleichzeitig sollten Menschen ihr Leben lang für den Arbeitsmarkt attraktiv gehalten werden – etwa durch lebenslanges Lernen. Zudem solle es Menschen in jeder Lebensphase leicht gemacht werden, arbeiten zu gehen – etwa durch flexible Arbeitszeitmodelle, "von denen oft gerade ältere Menschen und junge Mütter profitieren", so die Studie.

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OECD-Studie "Working better with age" (im pdf-Format)

 

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Autor

Stefan Thissen