Rente / 20.03.2019

OECD: Rente ist Hauptsorge der Deutschen

Laut Umfrage sorgen sich drei Viertel der Bundesbürger um ihre Situation im Alter. Überdurchschnittlich hohe Bereitschaft zu höheren Beiträgen.

Menschenmenge läuft eine Straße entlang. Bildnachweis: fotolia.com © Pavlo Vakhrushev

Menschenmenge läuft eine Straße entlang.

Berlin (sth/dpa). Drei Viertel der Deutschen sorgen sich nach einer repräsentativen Umfrage der OECD um ihre finanzielle Situation im Alter. Langfristig sehen 76 Prozent der rund 1.000 Befragten zwischen 18 und 70 Jahren ihre Alterseinkünfte als "eines der drei Hauptrisiken", wie es in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht "Risks that matter" heißt. Kurzfristig fürchtet sich der Studie zufolge rund die Hälfte der Befragten vor Krankheit und Behinderung (51 Prozent), gefolgt von Kriminalität und Gewalt (47 Prozent). Finanzielle Schwierigkeiten kamen bei den kurzfristigen Ängsten mit 43 Prozent auf Platz drei.

Für die Rente ist die Mehrheit der Deutschen laut der Umfrage am ehesten bereit, höhere Ausgaben zu akzeptieren. 45 Prozent "wären dazu bereit, zusätzlich zwei Prozent ihres Einkommens als Steuer- oder Beitragszahlungen zu leisten", um eine höhere Rente zu erhalten, so die OECD. Damit liege Deutschland "über dem Länderdurchschnitt von 38 Prozent".

Eine große Mehrheit der Deutschen (78 Prozent) ist der Meinung, dass die Regierung mehr für die wirtschaftliche und soziale Absicherung des Einzelnen tun sollte. Mit Blick auf 21 andere OECD-Staaten ist das ein Mittelwert. Den Spitzenplatz belegt Griechenland mit mehr als 90 Prozent. Am unteren Ende der Skala rangieren Frankreich und Dänemark mit Werten zwischen 40 und 50 Prozent. Nur ein knappes Fünftel (18 Prozent) der Befragten in Deutschland glaubt allerdings, dass sich die Regierung bei der Einführung und Anpassung öffentlicher Leistungszahlungen für die Meinung der Bevölkerung interessiert.

Die Abkürzung OECD steht für die "Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung". Das Bündnis mit 36 Mitgliedstaaten will Politik unterstützen, die das wirtschaftliche und soziale Wohl der Bevölkerung fördert. Für die Umfrage wurden in zwei Wellen im Frühjahr und Herbst 2018 in 21 OECD-Ländern insgesamt 22.000 Menschen interviewt, darunter viele europäische Länder sowie die USA, Kanada, Chile, Israel und Mexiko. 

Mehr zum Thema:

www.oecd.org

Link zu den Ergebnissen für Deutschland bei der OECD-Umfrage zu den wichtigsten sozialen und wirtschaftlichen Risiken (im pdf-Format)

Autor

 Deutsche Presseagentur