Soziales / 19.09.2018

Oft kein Bildungspaket für bedürftige Kinder

Studie: Weniger als 15 Prozent der Schüler unter 15 Jahren im Hartz-IV-Bezug bekommen Geld für Sportverein oder Musikschule.

Berlin (dpa). Nur ein Bruchteil der Kinder mit Grundsicherung profitieren nach einer neuen Studie vom zusätzlichen Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung.

So flössen für weniger als 15 Prozent der Schüler unter 15 Jahren im Hartz-IV-Bezug Leistungen zum Mitmachen etwa in Sportvereinen oder Musikschulen, teilten der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Deutsche Kinderschutzbund am Dienstag in Berlin mit.

Leistungen zu gering

Hierbei gibt es zehn Euro pro Monat etwa für Mitgliedsbeiträge. In einem Großteil der Kommunen sei die Quote bewilligter Anträge und festgestellter Ansprüche "niederschmetternd gering", sagte Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes.

Kinderschutzbund-Präsident Heinz Hilgers kritisierte zudem die Leistung für die Ausstattung mit Schulheften, Stiften, Farben und Ranzen als zu niedrig. Die Ausstattung koste mehr als doppelt so viel als vorgesehen. Pro Schuljahr zahlt der Staat hier 100 Euro.

Komplizierte Beantragung

Unter anderem für Kinder aus Hartz-IV-Familien fließt aus dem Bildungspaket, das 2011 in Kraft getreten ist, Geld etwa für Schulbedarf, -ausflüge, -mittagessen, Nachhilfe und Vereine. Kritiker und Sozialverbände hatten immer wieder bemängelt, wegen komplizierter Beantragung nähmen viele die Leistungen nicht wahr.

Ein vom Bundessozialministerium in Auftrag gegebener Untersuchungsbericht über das Teilhabepaket empfahl 2016 unter anderem, den Antrag auf Leistungen des Teilhabepakets in die Beantragung anderer Leistungen wie etwa Arbeitslosengeld II oder Wohngeld zu integrieren.

Autor

 Deutsche Presseagentur