Gesundheit / 21.02.2018

Onkologische Reha: Die Ruhe nach dem Sturm

Oft können Krebspatienten sich erst in der Reha mit der psychischen Seite ihrer Erkrankung auseinandersetzen. Dabei helfen speziell geschulte Psychologen.

Bad Homburg (kjs/mjj). Wer mit der Diagnose einer Tumorerkrankung konfrontiert wird, ist häufig auf der Suche nach Informationen zu onkologischen Nachsorgeleistungen. Sie gehören zum Leistungsangebot der gesetzlichen Rentenversicherung. Die onkologische Rehabilitation (Reha) steht nach der Erstbehandlung bösartiger Krebserkrankungen im Fokus der Nachsorge.

Ziel einer Reha ist es, körperliche und seelische Folgen dieser Erkrankung zu beseitigen oder wenigstens zu mildern. Zum Therapieangebot gehören etwa Krankengymnastik, medizinische Trainingstherapie, Fahrradergometertraining, gezieltes Muskelaufbautraining oder spezielle onkologische Sportgruppen. 

Ein besonderer Schwerpunkt der Reha für Krebspatienten sind psychoonkologische Angebote: Stand in der akuten Phase einer Krebserkrankung die körperliche Therapie im Vordergrund, finden Patienten oft erst in der Reha die Zeit und Ruhe sich zu fragen, was die Erkrankung für sie psychisch bedeutet. Im Rahmen der Reha helfen speziell geschulte Psychologen in Gruppen- und Einzelgesprächen bei der Krankheitsverarbeitung.

Neben psychologischen und therapeutischen Hilfen gehören auch Unterstützungen bei der beruflichen Wiedereingliederung zum Angebot der onkologischen Reha.

Auch als Anschlussrehabilitation möglich

Sind bereits Operationen oder Bestrahlungen erfolgt, kann eine Reha auch als Anschlussrehabilitation direkt nach dem Akutkrankenhaus verordnet werden. Begonnene Chemotherapien können in der Regel in einer Reha-Klinik fortgeführt werden. Ansprechpartner für diese Patienten ist der Sozialdienst der Akutklinik.

Reha-Servicestellen beraten und helfen bei Anträgen

Die Deutsche Rentenversicherung unterhält in ganz Deutschland Reha-Einrichtungen, die jeweils auf bestimmte Indikationen spezialisiert sind. Es ist häufig möglich, bei der Beantragung der Reha auch Wunschregionen oder Orte des Patienten zu berücksichtigen. Sofern es medizinisch erforderlich ist, können auch Begleitpersonen mit aufgenommen werden.

Betroffene können sich bei der Auswahl der Klinik in Reha-Servicestellen beraten lassen. Dort hilft man auch beim Ausfüllen der Anträge.

Mehr Informationen

www.reha-servicestellen.de

Internetseite der Reha-Servicestellen mit Beratungsstellensuche

www.deutsche-rentenversicherung.de

Link zur Broschüre „Rehabilitation nach Tumorerkrankungen“ der Deutschen Rentenversicherung.